Der Fondsanbieter Fidelity International hat mitgeteilt, wie genau die angekündigte variable Managementgebühr ausgestaltet sein soll. Anfang Oktober hatte das Investmenthaus angekündigt, eine sogenannte "Fulcrum Fee" einzuführen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Das neue Gebührenmodell stelle "einen gleitenden Tarif dar, bei dem Risiko und Rendite in beide Richtungen geteilt werden", so der Fondsanbieter. Damit reagiert Fidelity auf die Kritik an den angeblich zu hohen Gebühren für aktives Asset Management. "Als Asset Manager stehen wir heute stärker denn je unter Beobachtung. Immer häufiger werden wir gefragt, ob unsere Leistung das Geld auch wert ist", hatte Fidelity-Deutschlandchef Alexander Leisten jüngst im Interview mit FONDS professionell ONLINE gesagt.

Wie das Modell funktioniert
Das Modell sieht vor, die jährliche Managementgebühr (AMC) um zehn Basispunkte zu senken. Der neu eingeführte variable Gebührenanteil steigt, wenn der Fonds eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsindex erzielt – und fällt, wenn er schwächer als dieser abschneidet, jeweils nach Abzug aller sonstigen Kosten und Gebühren. Dieser Gebührensatz bewegt sich in einer Bandbreite von 20 Basispunkten über respektive unter der jährlichen Managementgebühr. Der Höchst- beziehungsweise Mindestgebührensatz wird erreicht, wenn der Fonds den Index auf annualisierter Basis um zwei Prozentpunkte schlägt beziehungsweise ihm in gleicher Größenordnung hinterherhinkt. "Dabei wird die Wertentwicklung über einen gleitenden Dreijahreszeitraum kalkuliert", heißt es in der Mitteilung.

Die Grafik verdeutlicht, wie sich die neue variable Managementgebühr bei einem Fonds mit einer derzeitigen jährlichen Managementgebühr (AMC) von 80 Basispunkten auswirkt:

Das Beispiel zeigt, dass die jährliche Managementgebühr eines Fonds von derzeit 80 Basispunkten künftig bei Underperformance bis auf 50 Basispunkte sinken und bei Outperformance bis auf 90 Basispunkte steigen kann. "Das sind lediglich zehn Basispunkte mehr als bisher bei Outperformance, aber 30 Basispunkte weniger als bisher bei Underperformance", betont Fidelity.

"Grundlegender Wandel erforderlich"
"Für den künftigen Erfolg des aktiven Fondsmanagements halten wir einen grundlegenden Wandel bei der Erhebung von Gebühren für erforderlich", sagte Brian Conroy, Präsident von Fidelity International. "Mit unserer variablen Managementgebühr richten wir uns klar auf die Interessen unserer Kunden aus. Unseres Erachtens ist dies ein bedeutender Schritt, von dem wir hoffen, dass ihn die übrige Asset-Management-Branche übernehmen wird."

Die variable Managementgebühr soll ab 1. März 2018 zunächst für die provisionsfreien Anteilsklassen ausgewählter Aktienfonds der Sicav-Fondsreihe von Fidelity gelten. Konkret handelt es sich zunächst um die Y-Anteilsklassen der Luxemburger Fonds Fidelity America, Fidelity Emerging Markets Focus, Fidelity European Growth, Fidelity European Larger Companies und Fidelity World. Beim Fidelity Emerging Markets Focus wird auch die I-Tranche umgestellt. Weitere Anteilsklassen sollen folgen. (bm)


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