Die Märkte sind leergefegt und neue Investments werden immer schwieriger. Deshalb greifen Investoren bei ihrer Suche nach Immobilien fallweise auch in die Trickkiste. Geschlossene Fonds, die interessante Objekte besitzen und schon ein gewisses Alter erreicht haben, geraten immer öfter in das Visier. Nun warnt die Fondsbörse Deutschland schon wieder vor einem fragwürdigen Angebot.

Demnach haben die Anleger des geschlossenen "Einkaufs-Center-Fonds" des Initiators DG Anlage Post von einer Anwaltskanzlei in Darmstadt erhalten. Die Investoren sollen ihre Anteile zu einem Kurs von 125 Prozent des Nominalkapitals an einen Investor verkaufen. Der Clou dabei: In den vergangenen beiden Jahren wurden die Fondsanteile bei der Fondsbörse zu Kursen zwischen 345 und 360 Prozent gehandelt.

Fondsbörse kritisiert Vorgehen der Anwälte
"Das vorliegende Schreiben bildet den vorläufigen Höhepunkt der unseriösen Lockangebote. Anlegern werden bewusst elementare Informationen wie die aktuellen Handelskurse vorenthalten. Bei Annahme des Angebotes drohen massive Vermögensnachteile", ärgert sich Alex Gadeberg, Vorstand der Fondsbörse Deutschland.

Die Fondsbörse betreibt die Plattform zweitmarkt.de und hat angekündigt, mit den Aufsichtsbehörden und anderen Institutionen in Kontakt zu treten, um "derartige Übervorteilungsversuche in Zukunft zu erschweren oder ganz zu unterbinden". Den Namen der Rechtsanwaltskanzlei nennt die Fondsbörse nicht, kritisiert aber, dass für den "anonymen Auftraggeber" die aktuellen Marktpreise ignoriert werden.

Dauerläufer mit Erfolg
Der "Einkaufs-Center-Fonds" wurde im Jahr 1977 aufgelegt und mit 46 Millionen Euro Eigenkapital geschlossen. Ihr eingesetztes Kapital haben die Anleger über die laufenden Auszahlungen bereits vierfach zurück erhalten. Der Fonds ist bundesweit an 12 Einkaufszentren, vier Büro- und Geschäftshäusern und einem Citycenter beteiligt und hat sich an den Investitionen, die in den vergangenen Jahren in den Immobilien erfolgt sind, beteiligt. Für das Jahr 2017 erwarten die Anleger wieder eine hohe Auszahlung von gut 15 Prozent bezogen auf das Nominalkapital. (ae)