Die Deutsche Bank hat ihre schon lange angekündigte Online-Vermögensverwaltung live geschaltet. Über die Plattform namens "Robin" können Anleger ab 5.000 Euro in ETF-Portfolios investieren, die börsentäglich überwacht und bei Bedarf angepasst werden.

Interessant ist, dass das Angebot ohne das sonst bei solchen Produkteinführungen übliche Tamtam startete. Weder auf der Website der Deutschen Bank noch auf der Startseite der Onlinebroker-Tochter Maxblue, bei der der Robo-Berater angesiedelt ist, findet sich bislang ein Hinweis auf das Angebot. "Allem Anschein nach wollte das Frankfurter Institut mit seinem Robo zunächst unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben – womöglich, um erst einmal einen Testlauf unter Live-Bedingungen zu absolvieren", schreibt der Branchendienst "Finanz-Szene.de".

Chefanlagestratege Ulrich Stephan füttert den Algorithmus mit Prognosen
Die "Robin"-Kunden entscheiden sich je nach Risikobereitschaft und Anlagehorizont anfangs für eine bestimmte Anlagestrategie. Diese setzt die Deutsche Bank dann mit ETFs auf Aktien, Anleihen und Rohstoffe um. Je nach Strategie und Marktsituation liegen sieben bis 14 verschiedene Indexfonds im jeweiligen Portfolio. Die Depots werden automatisch überwacht und bei Bedarf so angepasst, dass sie wieder der gewünschten Risikostufe entsprechen.

Anders als bei den meisten anderen Robo-Angeboten basiert die Anlagestrategie nicht ausschließlich auf quantitativen Modellen. Dort fließen nämlich auch die Kapitalmarktprognosen ein, die das Team um Deutsche-Bank-Chefanlagestratege Ulrich Stephan erstellt. "Mit der Bewertung der künftigen Entwicklungspotentiale einzelner Marktsegmente strebt Robin eine Reduktion der Kapitalmarktrisiken und eine Erhöhung gegebener Wachstumspotenziale an", heißt es auf dem Portal.

Kosten zwischen 0,8 und 1,0 Prozent im Jahr
Die Kosten für "Robin" liegen unter dem Niveau, das für eine Vermögensverwaltung bei einer Bank bislang üblich war, aber über dem vieler anderer Robo-Berater. Für die ersten 25.000 Euro beträgt die jährliche Vergütung ein Prozent. Für Anlagevolumina zwischen 25.000 und 50.000 Euro sind 0,9 Prozent fällig, für höhere Beträge 0,8 Prozent. Darin enthalten sind auch Depot- und Transaktionsgebühren. Die laufenden Kosten der eingesetzten ETFs sollen im Schnitt bei 0,25 Prozent liegen.

Maxblue hatte bereits Ende 2015 einen Robo-Berater gestartet. Beim "Anlage-Finder" handelte es sich aber nur um ein Empfehlungs-Tool, nicht um eine Vermögensverwaltung. Das Angebot kam bei den Kunden nicht besonders an und wurde schließlich eingestellt. Die Deutsche Asset Management lancierte Anfang Juli eine eigene digitale Vermögensverwaltung (FONDS professionell ONLINE berichtete). Dieses Angebot richtet sich jedoch nicht direkt an Endkunden, sondern dient der Unterstützung der Vertriebspartner. (bm)