Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bietet die ersten Bonitätsanleihen an, die nach einem neuen branchenweiten Standard emittiert werden. Die jetzt zur Zeichnung angebotenen Zertifikate nennen sich daher "Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen". Sie beziehen sich auf die Kreditwürdigkeit von Dax-Konzernen wie Allianz, BASF und Daimler und bieten bei Laufzeiten von fünf oder sieben Jahren eine Verzinsung zwischen 0,5 und 1,0 Prozent pro Jahr, wie "Die Welt" berichtet.

Die Namensänderung hängt mit der Selbstverpflichtung der Emittenten auf verschärfte Regeln für den Verkauf der umstrittenen Papiere zusammen. Hintergrund: Die Finanzaufsicht Bafin drohte vergangenen Sommer, Bonitätsanleihen mit einem generellen Vertriebsverbot zu belegen. Dem kam die die Branche zuvor (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Regeln für Vertrieb von Bonitätsanleihen
Diese in diesem Zusammenhang aufgestellten zehn Grundsätze sehen zum einen neue Namen für die Papiere vor. Die Bafin kritisierte, dass der Namensbestandteil "Anleihe" Sicherheit vorgaukele, obwohl die Papiere hoch riskant sind. Das sogenannte Kreditereignis, von dessen Nicht- Eintritt die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals abhängt, bezieht sich nicht nur auf eine Insolvenz des zugrunde liegenden Unternehmens. Auch Restrukturierungen von Verbindlichkeiten zählen dazu, was das Risiko eines Kapitalverlustes enorm erhöht.

Weiter sollen die Zertifikate nur noch an vermögendere, risikobereite und vor allem gut informierte Anleger verkauft werden, die die Mechanismen der Produkte verstehen. All diese Verpflichtungen zusammengenommen dürften den Absatzmarkt für diese Papiere stark schrumpfen lassen. (jb)