Der rund 630 Millionen Euro schwere IIV Mikrofinanzfonds wird seit 1. Oktober von der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) Hansainvest administriert. Dies teilte die Hamburger Gesellschaft, die zum Signal-Iduna-Konzern gehört, mit.

"Mit dem Wechsel der KVG möchten wir unsere bereits bestehende Zusammenarbeit mit der Hansainvest ausweiten und damit unser Engagement bei einer Service-KVG bündeln", sagt Edda Schröder, Geschäftsführerin des Portfoliomanagers Invest in Visions (IIV). Hansainvest-Geschäftsführer Jörg W. Stotz bezeichnet die Kooperation als "wichtige strategische Partnerschaft, in deren Rahmen wir zukünftig weitere gemeinsame Projekte in einem wachsenden Markt realisieren wollen".

Herber Verlust für Monega
Hansainvest übernimmt den Fonds von der Kölner Service-KVG Monega. Für diese war der Mikrofinanzfonds der mit Abstand größte Publikumsfonds. Ende September verwaltete Monega rund drei Milliarden Euro in Publikumsfonds, geht aus der Investmentstatistik des BVI hervor. Der Mikrofinanzfonds stand damals also für gut 20 Prozent der Assets in diesem Segment.

Insgesamt verwaltet Monega derzeit rund 5,3 Milliarden Euro, sagt Geschäftsführer Bernhard Fünger im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Der IIV Mikrofinanzfonds hat zwar einen nennenswerten Teil unseres Vermögens in Publikumsfonds ausgemacht. Mit der Entwicklung unserer Assets sind wir unter dem Strich aber dennoch zufrieden, weil wir Zuflüsse in anderen Fonds verzeichnen und weitere Mandate gewinnen konnten." Die kleine Service-KVG ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen: Ende 2013 verwaltete sie nur rund eine Milliarde Euro in Publikumsfonds, vier Jahre später dann drei Milliarden Euro.

Fünger erinnert daran, dass sein Haus den Mikrofinanzfonds im Jahr 2015 mit knapp 100 Millionen Euro übernommen hatte und nun mit gut 600 Millionen Euro weiterreicht. "Das zeigt, dass wir offensichtlich einen guten Job gemacht haben", betont er.

"Unser Verständnis von echtem Impact Investing"
Der IIV Mikrofinanzfonds wurde im Jahr 2011 aufgelegt – als erstes Produkt seiner Art, das auch für Privatanleger zugelassen ist. Der Fonds investiert derzeit in unverbriefte Darlehensforderungen an 91 Mikrofinanzinstituten in insgesamt 36 Entwicklungsländern. Schröder bezeichnet den Fonds im aktuellen Niedrigzinsumfeld als "attraktive Anlagelösung für Privatanleger und institutionelle Investoren". "Gleichzeitig lässt sich eine nachhaltige Verbesserung der Situation der Endkreditempfänger erzielen – das ist unser Verständnis von echtem Impact Investing", so Schröder. (bm)


Einen ausführlichen Artikel über Mikrofinanzfonds inklusive eines Interviews mit Edda Schröder lesen Sie in FONDS professionell 3/2018 ab Seite 148. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.