Anleger mit Pioneer-Fonds werden sich mit neuen Namen in ihrem Depot anfreunden müssen: Der französische Asset Manager Amundi, der Pioneer Investments Anfang Juli vergangenen Jahres übernommen hatte, firmiert Dutzende Luxemburger Pioneer-Fonds um, verschmilzt vier Portfolios und liquidiert fünf Produkte. FONDS professionell ONLINE liegt eine Mitteilung an Vertriebspartner vor, in der die Einzelheiten genannt werden. Eine Übersicht.

Pioneer Investments unterhält in Luxemburg vier sogenannte Umbrella-Fonds, unter denen wiederum mehrere Teilfonds hängen. Sie werden am 16. Februar umbenannt. Der Umbrella "Pioneer Fund Solutions" heißt dann "Amundi Fund Solutions", analog wird mit dem Vehikel "Pioneer S.F." vorgegangen. Aus "Pioneer Funds" wird "Amundi Funds II", aus der "Pioneer SICAV" die "Amundi SICAV II". Der Zusatz "II" ist nötig, weil Amundi bereits mit entsprechenden Gesellschaften in Luxemburg vertreten ist. Der separat aufgelegte Pioneer Investments Total Return firmiert künftig als Amundi Total Return.

Betroffen sind in Luxemburg in Summe 120 Teilfonds mit insgesamt mehr als 1100 Anteilsklassen. Die meisten Anteilsklassen behalten ihre bekannte Bezeichnung wie "A" oder "I" , lediglich die alten "N"-Tranchen werden künftig mit einem "R" gekennzeichnet.

Neun Fonds werden liquidiert oder verschmolzen
Einige Fonds verschwinden auch ganz vom Markt. So werden am 2. März fünf Teilfonds der Luxemburger Pioneer-Plattform liquidiert. Konkret handelt es sich um die Pioneer-Funds-Teilfonds Latin American Equity und Sterling Absolute Return Bonds sowie um die Pioneer-S.F.-Teilfonds Commodity Alpha ex-Agriculture, Ethical Euro Corporate Bond und Pacific (Ex-Japan) Equity Market Plus.

Zum 23. März finden außerdem vier Fondsfusionen statt. Auf diese Weise verschwinden die Pioneer-Funds-Teilfonds Commodity Alpha, Euro Cash Plus, Euro Liquidity Plus und Indian Equity vom Markt.

"Ein Flickenteppich ergibt keinen Sinn"
Die Umbenennung der Fonds ist Teil der Fusion der beiden Asset Manager. Außerhalb der USA wird die Marke Pioneer komplett verschwinden. "Ein Flickenteppich ergibt keinen Sinn. Wir heißen Amundi, und das wird konsequent umgesetzt, auch in den Fondsnamen", sagte Evi Vogl, die Deutschlandchefin des Asset Managers, Ende vergangenen Jahres im Interview mit FONDS professionell. Nur in den Vereinigten Staaten trete das Unternehmen als Amundi Pioneer auf, weil dort die Marke Pioneer eine deutlich größere Strahlkraft habe.

Deutsche Fonds tragen schon Amundi im Namen
Die deutschen Fonds der Münchner Kapitalverwaltungsgesellschaft mit insgesamt 63 Anteilsklassen wurden bereits zum 1. Januar umbenannt. So wurde aus dem Pioneer Investments Discount Balanced der Amundi Discount Balanced. Zahlreiche andere Fonds erhielten analog neue Namen.

Die Exklusivprodukte für die Hypovereinsbank folgen jedoch einer anderen Logik: Die ETF-Dachfonds der "HVB Vermögensdepot"-Serie heißen nun nur noch "Vermögensdepot", statt dem Zusatz "Defensiv", "Balance" oder "Wachstum" tragen sie inzwischen die maximale Aktienquote im Namen. Bei der "Private Banking Vermögensportfolio"-Serie, die auch bislang schon ohne Hinweis auf die HVB auskam, wurde nur die Anteilsklassenbezeichnung minimal geändert.

Auch die österreichischen Pioneer-Fonds werden umbenannt, ein genauer Zeitplan steht aber offensichtlich noch aus. Namensänderungen seien in Vorbereitung, teilte ein Sprecher des Anbieters auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit. Genauere Informationen sollen demnächst folgen. (bm)