Nordea Asset Management hat den maximalen Ausgabeaufschlag für mehrere Misch- und Rentenfonds um bis zu vier Prozentpunkte gekappt. Die Reduzierung erfolge mit dem Ziel, "den Kunden eine attraktive Rendite zu bieten", heißt es in Vertriebsunterlagen.

Beim 11,5 Milliarden Euro schweren Flaggschiff Nordea Stable Return sinkt das maximale Aufgeld von fünf auf drei Prozent, beim Nordea Balanced Income sogar von fünf auf ein Prozent. Bei den Rentenfonds Nordea Flexible Fixed Income und Nordea Low Duration European Covered Bond beträgt das Agio künftig höchstens ein statt wie bisher drei Prozent.

Die Agio-Anpassung, die die Retail-Anteilsklassen der genannten und einiger weiterer Fonds betrifft, erfolgte zum 19. November und gilt europaweit, teilte der Asset Manager auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit.

Das tatsächliche Aufgeld ist oft Verhandlungssache
Welches Aufgeld ein Anleger tatsächlich zahlt, ist oft Verhandlungssache zwischen Kunde und Berater – die Fondsanbieter geben nur einen Maximalwert vor. Die Bank oder der Vermittler kann den Ausgabeaufschlag rabattieren oder ganz streichen, etwa vor dem Hintergrund der derzeit niedrigen Renditeaussichten.

Dennoch haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Investmentgesellschaften das maximale Agio insbesondere für Renten- und konservative Mischfonds gesenkt, darunter BlackrockFirst Private, Flossbach von Storch, HSBC und LBB Invest. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen gibt es Banken, die standardmäßig den vollen Ausgabeaufschlag ansetzen. In diesem Fall kann der Fondsanbieter mit einer Aufgeld-Absenkung den Vertrieb davon abhalten, ein Agio in einer Höhe zu verlangen, die nicht mehr zum erwarteten Ertrag passt.

Reduziertes Agio hilft beim Kostenausweis
Zum anderen zwingt die Finanzmarktrichtlinie Mifid II die Banken seit Jahresbeginn zu mehr Kostentransparenz. Sie müssen ihren Kunden schon vor dem Abschluss in Euro und Cent vorrechnen, mit welchen Kosten ihr Investment verbunden sein wird. Dabei fließt oft das maximale Agio in die Aufstellung ein – unabhängig davon, welches Aufgeld der Berater tatsächlich verlangt. In solchen Fällen hilft ein reduzierter Ausgabeaufschlag dabei, den Kostenausweis nicht zu hoch ausfallen zu lassen. (bm)