Wer hat das beste Fondssortiment im Land? Antworten auf diese Frage gibt die neue Auswertung der Ratingagentur Scope für das zweite Quartal 2017, die nach großen und kleineren Asset Managern aufgeteilt ist. Die Notenskala der Berliner umfasst dabei fünf Ratingstufen – von A bis E. Als Top-Ratings gelten die Kategorien A und B.

"Von allen 5.500 Fondsratings sind aktuell rund ein Drittel Top-Ratings – genau: 8,2 Prozent A-Ratings und 25,4 Prozent B-Ratings. Anbieter, die eine Top-Rating-Quote von mehr als einem Drittel aufweisen, liegen somit über dem Durchschnitt", erläutert Scope-Analyst André Härtel die Methode, nach der ausgesiebt wird.


Wenn Sie wissen wollen, welche Anbieter aus den beiden Größenklassen ansonsten in der Spitzengruppe gelandet sind und wie sich einzelne Asset Manager in sechs Analyse-Kategorien geschlagen haben, klicken Sie sich einfach durch unsere Chartgalerie oben!


Soviel vorweg: In beiden Gruppen konnten die Spitzenreiter aus der vorherigen Auswertung von Anfang Mai ihre Goldmedaillen-Plätze souverän verteidigen: Sowohl Kepler in der Kategorie "große Anbieter" (mit mehr als 25 ausgewerteten Einzelportfolios) als auch Comgest in der Kategorie "kleine Asset Manager" führen das Scope-Ranking an – wobei die Pariser Fondsboutique für insgesamt 14 von 16 bewerteten Fonds ein Top-Rating einheimst und so mit einer "Bestenquote" von 87,5 Prozent mit deutlichem Abstand auch den ersten Rang im Gesamtklassement davonträgt.
 
Mit einem weinenden Auge dürften die Macher beim Bestplatzierten in der Gruppe der Asset-Management-Riesen die aktuelle Scope-Auswertung lesen: Kepler behauptete zwar den ersten Platz; dennoch sank der Anteil der Top-Ratings zum 30. Juni im Vergleich zum Ende des ersten Quartals von 65,6 auf 59,4 Prozent. Nicht mehr in den Top-10 der Fonds-Goliaths vertreten sind hingegen J.P. Morgan AM und die Deka. Letztgenannte führt zwar mit einem "Toprating"-Anteil von 45,6 Prozent am Sortiment das deutsche Wettbewerberfeld an (vor Union Investment mit 41,9%, Allianz GI mit 39,3% und der Deutschen AM mit 35,2%). Für einen Spitzenplatz im europäischen Wettkampf reichte das aber nicht.

Aufsteiger mit unterschiedlichen Stärken
Neu in den Top-10 der "Großen" sind Morgan Stanley und Vontobel. Morgan Stanley konnte die Top-Rating-Quote über alle Fonds von 41,4 Prozent im ersten Quartal 2017 auf nun 50,0 Prozent erhöhen und damit den fünften Rang erreichen. "Vor allem Rentenfonds sind für das gute Abschneiden verantwortlich", erläutert Härtel. Insgesamt zwei Drittel halten derzeit ein Top-Rating von Scope. Das ist zusammen mit Fidelity der Top-Wert im Segment Rentenfonds.
 
Der zweite Top-10-Aufsteiger – Vontobel Asset Management – kann im Vergleich zum ersten Quartal eine Verbesserung der Top-Rating-Quote von 43,5 auf 46,2 Prozent vorweisen. "Bei Vontobel sind die Aktienfonds das Zugpferd: Mehr als 60 Prozent haben ein Top-Rating. Kein anderer Anbieter kann mit dieser hohen Quote derzeit mithalten", so Härtel.
 
In der Oberliga der kleineren Fondsanbieter fehlen diesmal Henderson Global, Dimensional und die zur österreichischen Erste-Gruppe zählende Sparinvest. An ihre Stelle rückten die Liechtensteinische Landesbank, Russell sowie Petercam in die Scope-Auswahl der "kleinen Könner" auf.
 
Nur ein deutscher Player übrig
Nach dem Ausscheiden der Deka ist in beiden Top-10-Listen zum Ende des zweiten Quartals mit Flossbach von Storch lediglich ein deutscher Anbieter vertreten. "Mit einer Top-Rating-Quote von 70 Prozent reicht es für Flossbach von Storch immerhin zum dritten Rang bei den kleinen Anbietern", stellt Härtel fest. Der Grund für dieses auf den ersten Blick wenig schmeichelhafte Resultat liegt am rein quantitativen Fokus der Scope-Auswertung.
 
Ausländer schicken nur Top-Fonds ins Rennen
Die Ratingagentur erklärt die massive Präsenz ausländischer Asset Manager in den Top 10 damit, dass sie in Deutschland eben nur ihre besten Produkte zum Vertrieb zulassen. Weniger erfolgreiche Fonds schaffen den Sprung vom jeweiligen Heimatmarkt gar nicht erst nach Deutschland. "Die deutschen Asset Manager hingegen sind mit ihrer gesamten Produktpalette vertreten", erklärt Härtel – was für diese Auswertung ein Nachteil ist. (ps)


Über die Ratingmethode:
Scope bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Danach werden die Fonds, die mindestens fünf Jahre existieren und zum Vertrieb zugelassen sein müssen, in fünf Stufen von A bis E eingeteilt. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. Der Quotient aus der Anzahl der Top-Ratings und der Gesamtzahl der Fondsratings eines Asset Managers ergibt dann den Prozentanteil der bestbewerteten Fonds eines Vermögensverwalters.

Um den unterschiedlichen strategischen Ansätzen der Gesellschaften gerecht zu werden, erstellt Scope zwei separate Ranglisten – jeweils eine für "kleine Gesellschaften", die über lediglich acht bis 24 bewertete Fonds verfügen, als auch eine für "große Fondsanbieter", die mindestens 25 bewertete Portfolios im Schaufenster haben. Gesellschaften mit insgesamt weniger als acht bewerteten Fonds werden für diese Auswertung nicht berücksichtigt.