Fondsgebundene Riester-Produkte erwirtschaften Sparern keine auskömmlichen Renditen mehr. Soll die Riester-Rente künftig ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, ist eine Flexibilisierung der Bruttobeitragsgarantie erforderlich. Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Untersuchung des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) und der DWS, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) am Montag in Berlin vorgestellt hat.

So zeigte die Auswertung der fondsgebundenen Riester-Produkte, die derzeit am Markt sind, dass selbst bei Laufzeiten von 30 Jahren 60 Prozent der Tarife in die Chance-Risiko-Klasse 2 einzuordnen sind. In diese fallen sicherheitsorientierte Anlagen mit begrenzten Ertragschancen. Nur ein Anbieter schafft es mit zwei Produkten in die Chance-Risiko-Klasse 4, die renditeorientierte Anlagen mit höheren Ertragschancen umfasst. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren ist der Anteil der risikoärmeren Tarife noch höher.

Weitere Kostensenkungen nicht möglich
Die vorgeschriebene Bruttobeitragsgarantie und das niedrige Zinsniveau führen dazu, dass kaum noch Beitragsanteile in chancenreichere Kapitalanlagen investiert werden können. Der Studie zufolge haben einige Anbieter bereits versucht, die Renditechancen durch verminderte Produktkosten zu erhöhen. Allerdings gehen die Studienautoren davon aus, dass Kostensätze in vielen Fällen inzwischen ein Niveau erreicht haben, das sich nicht weiter senken lässt.

Um zu prüfen, ob ein Verzicht auf die Bruttobeitragsgarantie eine praktikable Lösung wäre, berechneten die Studienautoren in Simulationsverfahren mit 10.000 Kapitalmarktszenarien die Chance- und Risikokennzahlen für Riester-Tarife mit und ohne Garantie. Das Ergebnis: Bei einer Anspardauer von 30 Jahren brachten Tarife mit Garantie im aktuellen Marktumfeld oft nur Ablaufleistungen knapp oberhalb der garantierten Summe. Garantiefreie Tarife erzielten im Schnitt hingegen Ablaufleistungen, die um bis zu 64 Prozent darüber lagen.

Keine extremen Negativszenarien
Klar ist aber auch: Bei Produkten ohne Garantie besteht die Gefahr, dass am Vertragsende weniger als die eingezahlten Beiträge zur Verfügung steht. Berechnungen mit Vergangenheitsdaten hätten aber gezeigt, dass die extremen Negativszenarien aus den Simulationen in der Realität nie vorgekommen sind.

Im Ergebnis ihrer Untersuchungen schlagen die Studienautoren daher vor, die Beitragsgarantie auch bei der Riester-Rente flexibel zu gestalten. Dadurch würde ein Produktspektrum mit unterschiedlichen Chance-Risiko-Profilen entstehen. Sparer könnten dann selbst entscheiden, ob sie für eine Beitragsgarantie Einschränkungen bei der Ablaufleistung in Kauf nehmen oder ein Produkt ohne Garantie wählen möchten. Würden die Produkte auf diese Art verändert, könnte die Riester-Rente wieder zukunftsfähig werden, heißt es in der Studie. (am)