Für hiesige Verbraucher ist die köstliche Süßigkeit billig – Schokolade. Menschen in Kakao-Anbaugebieten kann sie dagegen teuer zu stehen kommen. Der Kakao-Anbau ist kompliziert und arbeitsintensiv, und die Kleinbauern, die ihn betreiben, sind kaum in der Lage, höhere Preise durchzusetzen. "Ihre finanzielle Lage dürfte sich noch verschärfen, weil bei einem Großteil der Plantagen Ernteausfälle durch überalterte Kakaobäume und ausgelaugte Böden drohen", sagt Marion Swoboda, Nachhaltigkeitsanalystin beim Fondsanbieter Swisscanto.

Nachhaltig produzierte Schokolade ist für Verbraucher, die ein gutes Gewissen beim Essen haben wollen, die bessere Wahl. Ökologischer Kakao-Anbau schont die Umwelt, höhere Preise beugen Kinderarbeit vor. "Der Endpreis für eine Tafel Schokolade muss dabei nicht stark steigen, macht der Anteil des Rohkakaos doch gerade einmal sechs Prozent aus", sagt Swoboda. Fair gehandelter und ökologisch angebauter Kakao wird für Schokoladenproduzenten wie Lindt & Sprüngli immer wichtiger, hat die Analystin beobachtet.

Auf das Label schauen
Anleger, die in die Schokoladenindustrie investieren wollen, sollten ihre Investments auf Nachhaltigkeit hin überprüfen, rät die Swisscanto-Expertin. Dabei helfen zum Beispiel Fairtrade-Label. Sie zeigen an, dass Kakao-Produzenten für ihre Arbeit einen garantierten Mindestpreis bekommen. Derzeit sind allerdings gerade einmal 0,4 Prozent der Kakao-Weltproduktion mit Fairtrade-Labels ausgezeichnet, und nur rund 30 Prozent mit Öko-Labels von Anbietern wie der Rainforest Alliance oder UTZ. (fp)