Der Lyxor Euro Stoxx 50 Daily Double Short UCITS ETF (BXX) hatte im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Frankreich den besten Monat aller Zeiten: Allein im April verzeichnete er einen Nettozufluss von 168,7 Millionen Euro, wie Daten von Bloomberg zeigen. Das Anlagevolumen des Fonds verharrt in der Nähe eines Allzeithochs. Bei der Performance sieht es aber trist aus: Minus 4,80 Prozent im April.

"Wir haben eine Welle an Interesse an diesem Fonds in den vergangenen Wochen im Umfeld der europäischen Wahlen beobachtet”, sagt Adam Laird, Leiter ETF-Strategie bei Lyxor Asset Management in London. "Investoren berichten uns, dass sie diesen ETF nutzen, um sich gegen Markteinbrüche abzusichern, besonders angesichts der politischen Risiken.”

Invers und zweifach gehebelt
Der Lyxor-Fonds zahlt das Zweifache des Kehrwertes des Stoxx 50 Index. Zu den größten Werten in dem Index zählen französische und deutsche Unternehmen wie Total und Siemens . Es ist der zweitgrößte inverse ETF, der an den Index in Europa gebunden ist. Davor liegt nur noch der Xtrackers Euro Stoxx 50 Short Daily UCITS ETF (XSSX) der Deutschen Bank.

Damit ist der BXX-ETF mit Blick auf 2017 bislang ein großer Verlierer. Starke Unternehmenszahlen und eine Verbesserung der Wirtschaft in der Eurozone haben den Euro Stoxx 50 im bisherigen Jahresverlauf immerhin um 8,3 Prozent ansteigen lassen. Der BXX-ETF liegt mit Blick auf denselben Zeitraum rund 20 Prozent im Minus.

Dennoch: Das Anlagevolumen des Fonds kletterte am 21. April auf ein Allzeithoch von 256,7 Millionen Euro, wie die Daten weiter belegen. Nach der ersten Runde der Wahlen in Frankreich und nach der Stichwahl, die Macron gewann, zogen Investoren Gelder ab. Doch hat sich das Volumen zuletzt stabil bei etwa 211 Millionen Euro gehalten.

Profis oder Amateure am Werk?
Gebündelte Verluste seien ein Risiko für Investoren bei ETFs, die ein gehebeltes Engagement bei einem Index ermöglichen, sagt Cameron Brandt, Direktor der Analyse beim Marktforscher EPFR Global. Ein weiteres Risiko sei, dass je länger Investoren solche täglich neugefassten Fonds halten, desto weniger akkurat die Fonds ihre Benchmark abbilden. "Derivate und unbedarfte Investoren sind ein Mix, der häufig nicht gut endet", sagt Brandt.

Laird zufolge belegen die Zuflüsse bei dem ETF allerdings die zunehmende Erfahrenheit von Investoren, die das Instrument als Werkzeug im Rahmen ihres Risiko-Managements verstehen – und nicht nur für die langfristige Portfolio-Allokation. "Short-ETFs können vor einem Marktkollaps schützen“, sagt er. (aa)