Im vergangenen Herbst gab es unter Anlegern ein Mega-Thema: Bitcoin. Der Kurs der Kryptowährung schoss damals allein von September bis Dezember um rund 350 Prozent in die Höhe. Kein Wunder, dass viele Glücksritter versuchten, auf den Zug aufzuspringen und schnell möglichst viel Geld zu verdienen – auch Betrüger wie die Krypto-Anlageplattform Optioment (FONDS professionell ONLINE berichtete ausführlich). Dieser widmet der Sender 3Sat heute um 20:15 Uhr eine 45-minütige Dokumentation mit dem Titel "Bitcoin: Riskante Geldgeschäfte im Hinterhof".

Die Filmmacher Emanuel Liedl und Hans Wu waren Teil eines Rechercheteams des österreichischen Senders ORF und der Wiener Tageszeitung "Die Presse", die Anfang Februar 2018 den "Fall Optioment" aufgedeckt haben. Die Anlageplattform mit angeblicher Registrierung in Costa Rica und mutmaßlich österreichischen Hintermännern hatte Anlegern sensationelle Renditen für ihr Bitcoin-Investment versprochen und auf speziellen Veranstaltungen das Fieber zusätzlich angehizt. Nun dürften europaweit 70 Millionen Euro verschwunden sein – einige Ermittler sprechen gar von 100 Millionen Euro, um die Gutgläubige geschädigt wurden.

86.000 Euro investiert – und verloren
Die Dokumentation begleitet die weiteren Nachforschungen zum Betrugsfall und setzt sich auf die Fährte der Hintermänner. Doch auch die Blauäugigkeit der Optioment-Kunden kommt zur Sprache. "Ich habe am Anfang eigentlich eine relativ kleine Summe investiert und diese dann ein paar Wochen liegen gelassen. Dann habe ich gesehen, das funktioniert tatsächlich. Und dann habe ich mein ganzes Vermögen reingesteckt: 86.000 Euro. Das war in diversen Sparbüchern angelegt, in Bausparverträgen, in Fonds. Bei Optioment hat man eine bessere Verzinsung bekommen", berichtet ein ungenannter Anleger im Beitrag. (jb)