Immer wieder kommen Studien zu dem Schluss, dass aktive Fondsmanager sich besonders bei den Standardaktien schwer tun. Ganze Scharen an Analysten beobachten jeden Schritt der Manager und durchleuchten jede Wende im Zahlenwerk der Unternehmen. Entsprechend schwer fällt es den Portfoliomanagern bei solchen Titeln, einen Informationsvorsprung herauszuschinden. Anleger fahren bei solchen Märkten meist mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) günstiger – und besser. Als Ausnahme von dieser Regel kristallisieren sich dagegen Deutschland-Aktienfonds heraus.

"Die Performance fällt bei den größten Fonds überdurchschnittlich aus", beobachtet Barbara Claus, Analystin der Ratinggesellschaft Morningstar. Sie hat in einer Studie das Segment genauer untersucht. Im Durchschnitt liege das Rating der 20 größten Fonds der Kategorie "Standardaktien Deutschland" deutlich über dem Mittelmaß von drei Sternen. "Sicherlich liegt dieser Effekt zum guten Teil auch darin begründet, dass erfolgreiche Fonds Geld von Anlegern anziehen", schränkt Claus ein. Aber immerhin: Es gibt einige aktive Manager, die den Dax übertreffen. Wie die zehn größten Fonds abschneiden, sehen Sie in der Chartstrecke oben.

Daneben beobachtet Claus noch eine weitere Besonderheit: die größten Strategien gibt es schon seit mehreren Jahrzehnten. Hier setzte sich also die Qualität durch – und vor allem hielten sich die bewährten Konzepte über vergängliche Moden und Trends hinweg am Markt. Bei den besten Fonds spiegelt sich diese Langlebigkeit auch im Management wider. Denn an der Spitze der erfolgreichsten Deutschland-Fonds stehen Investmentprofis, die außergewöhnlich lange ihr Portfolio lenken. "Dies ist ermutigend, auch wenn es in den letzten Monaten hier zu Wechseln kam", kommentiert Claus. (ert)


Wie die Rating-Experten die Personalrochaden bei den Deutschlandfonds beurteilen und welche Faktoren über Erfolg und Misserfolg bei Standardwerten entscheiden, lesen Sie in FONDS professionell 4/2017. Angemeldete KLUB-Mitglieder finden den Artikel auch im E-Magazin.