Im vergangenen Jahr haben sich mehr Kunden über Mitarbeiter von Banken beschwert, die zu Wertpapieren beraten. Zu Jahresende 2016 zählte die Finanzaufsicht  Bafin 4.996 Klagen und damit 356 mehr als im Jahr 2015. In diesen Zusammenhang gehört auch, dass die Aufsicht Ende vergangenen Jahres in 23 laufenden Verfahren die Zuverlässigkeit von Beratern prüfte, wie aus dem Bafin-Jahresbericht 2016 hervorgeht.

Dabei haben sich vor allem die Berater in den Sparkassen nicht mit Ruhm bekleckert. Laut den Bafin-Zahlen meldeten die Sparkassen 1.837 Kundenklagen (1.691 im Jahr 2015). Privatbanken wie die Deutsche Bank folgten mit 1.633 (1.546) Klagen vor den Genossenschaftsbanken mit 1.463 Kundenbeschwerden (1.299). Einzig bei der Gruppe der Finanzdienstleister, zu denen auch Vermögensverwalter zählen, gab es einen Rückgang bei den Reklamationen von 104 auf nur noch 63 im Jahr 2016.

Acht Geldbußen verhängt
Die Bafin zählt aber nicht nur Beschwerden über die Berater – sie tritt gegebenenfalls auch in Aktion. Ende 2016 liefen 23 Verfahren, in denen die Behörde die Zuverlässigkeit eines Beraters überprüfte. In einer Untersuchung stand die Sachkunde des Mitarbeiters in Frage. In  einem anderen Verfahren sprach die Behörde eine Verwarnung aus, nachdem ein Vermittler wiederholt gegen Verhaltenspflichten bei der Beratung verstoßen hatte.
 
Weiterhin eröffnete die Aufsicht in dem Zusammenhang sieben neue Bußgeldverfahren – insbesondere wegen Verstößen gegen die Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten. Acht Verfahren endeten mit einer Geldbuße, zehn wurden eingestellt. Da Anfang 2016 insgesamt 65 Verfahren anhängig waren, muss die Behörde Anfang 2017 noch 54 Verfahren bearbeitet haben.

Rückgang der Beraterzahl
Aus dem Jahresbericht geht außerdem hervor, das im vergangenen die Zahl der Anlageberater um knapp 7.000 auf 142.208 zurückgegangen ist. Dabei haben alle Banken Vermittlerstellen gestrichen. Einzige Ausnahme waren die Finanzdienstleister: Hier waren Ende 2016 exakt 5.754 Berater tätig, ganze 718 mehr als am 1. Januar 2016. (jb)