Die Finanzaufsicht Bafin warnt Anleger vor Aktien der Firma Asmallworld (CH0404880129). Die Papiere des sozialen Netzwerkbetreibers aus der Schweiz würden derzeit von E-Mail-Börsenbriefen und auf einschlägigen Internetseiten wärmstens empfohlen. Die Behörde hat aber nach eigenen Angaben Anhaltspunkte dafür, dass im Rahmen der Kaufempfehlungen unrichtige oder irreführende Angaben gemacht oder bestehende Interessenskonflikte pflichtwidrig verschwiegen werden. Daher hat sie eine Untersuchung wegen des Verdachts der Marktmanipulation eingeleitet. Asmallworld weist in einer Pressemitteilung jegliche Beteiligung den Börsenbriefen zurück.

Die Aktien der Gesellschaft sind in Deutschland an den Börsen Frankfurt am Main – inklusive Xetra –, Stuttgart, Tradegate und Quotrix in den Freiverkehr einbezogen. Daneben besteht eine Notierung im Hauptsegment der Züricher Börse. Dort schlug die Bafin-Warnmeldung ein wie eine Bombe: Die Papiere stürzten nach Bekanntwerden zwischenzeitlich um 44 Prozent ab. An den Handelsplätzen Frankfurt und Stuttgart wurde die Preisfeststellung mittlerweile ausgesetzt. Zuletzt wurde die Aktie zu einem Preis von rund 18 Euro gehandelt.

Vorstand fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt
Gegenüber Schweizer Medien äußerte Asmallworld-Vorstandschef Jan Lüscher sein Bedauern über die Vorgänge. Seit dem Börsenstart im März laufe unter anderem über die Homepage "Aktiencheck.de" eine starke, schönfärberische Push-Kampagne für Aktien des Facebook-Rivalen, berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Sein Unternehmen habe diese nicht initiiert, sondern im Gegenteil zu stoppen versucht, zitiert die Zeitung Lüscher – offenbar ohne Erfolg.

"Es ist für uns sehr schmerzhaft und unverständlich, dass wir als Unternehmen mit einem negativen Sachverhalt in Verbindung gebracht werden, auf welchen wir keinen Einfluss haben", kommentiert Lüscher in einer Pressemitteilung. "Uns liegt viel daran, diese Irritation durch Drittparteien so schnell wie möglich zu beseitigen. Wir unterstützen die Aufforderung der Bafin, dass sich Anleger aus seriösen Quellen über unser Unternehmen informieren sollen, wie beispielsweise über unsere eigene Investor-Relations-Seite oder die Finanzpresse." (jb/ps)