Die Finanzaufsicht Bafin hat eine wichtige Information für Anleger der umstrittenen Autark Investment herausgegeben. Nach ihren Angaben ist der Verkaufsprospekt für Nachrangdarlehen, die die Gesellschaft unter dem Namen "Autark Investment 2016" anbietet, nicht mehr gemäß Paragraf 8a Vermögensanlagegesetz (VermAnlG) gültig.

Laut diesem Paragrafen ist "ein Verkaufsprospekt nach seiner Billigung zwölf Monate lang für öffentliche Angebote gültig, sofern er um die nach Paragraf 11 erforderlichen Nachträge ergänzt wird". Paragraf 11 VermAnlG wiederum fordert, dass alle Änderungen, die die Investition betreffen könnten, oder unrichtige Angaben in einem Nachtrag veröffentlicht werden müssen.

Neuer Prospekt erforderlich
Einem Juristen zufolge hat das weitreichende Folgen für den Anbieter, weil der Prospekt von August 2016 stammt: Das Unternehmen müsse letztlich einen neuen Prospekt bei der Bafin einreichen. Dieser könne zwar auf den alten Verkaufsunterlagen basieren, es sei aber nicht mit einem einfachen Nachtrag erledigt – diese müssen, falls nötig, ohnehin noch daneben erstellt werden. Hier gibt es aber ein Zeitproblem, da die Billigung eines Verkaufsprospektes momentan rund drei bis acht Monate dauern kann.

Ein anderes Problem für die Gesellschaft ist Rechtsexperten zufolge, dass Anleger, die zwölf Monate nach Billigung des Prospektes in das Produkt investierten, wegen des ungültigen Prospektes eine Rückabwicklung verlangen könnten.

Gesellschaft steht auf Warnliste von Finanztest
Ein Mitarbeiter der im nordrhein-westfälischen Olpe ansässigen Autark Investment erklärte auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE lediglich, dass seine Gesellschaft die Jahresfrist zur Erneuerung verpasse habe. "Ein neuer Prospekt soll sehr zügig eingereicht werden", kündigte er weiter an.

Die Autark-Gruppe, die Investitionen in Sachwerte wie Immobilien und Bioparks anbietet, steht auf der Warnliste von "Finanztest" für unseriöse Angebote und Firmen: Nach Angaben der Verbraucherschützer habe Autark mindestens 35 Millionen Euro für sogenannte Nachrangdarlehen von etwa 3.600 Anlegern eingesammelt. Dafür sollten generöse Zinsen von jährlich bis zu 7,5 Prozent fließen. Doch die Investitionen der Autark seien weniger erfolgreich gewesen als erhofft. Ein Angebot von Firmenchef Stefan K. an die Anleger, ihre Nachrangdarlehen in Vorzugsaktien der Autark Group AG umzutauschen, scheiterte laut der Meldung 2016.

Klagen gegen Autark
Hinzu kamen Finanztest zufolge staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und Geldwäscherei gegen K., der wegen dubioser Finanzgeschäfte vorbestraft ist. Als diese bekannt wurden, kündigten wohl zahlreiche Anleger ihre Darlehen und forderten ihr Geld zurück. Autark zahlte jedoch in vielen Fällen nicht. Viele Anleger klagen deshalb, so Finanztest.

Anfang April haben 15 Anleger beim Landgericht Dortmund gegen die Gesellschaft Arrest-Urteile erwirkt. Danach dürfen sie Vermögenswerte der Autark in Höhe ihrer Forderungen pfänden. Die Anleger hatten das Eilverfahren angestrengt, nachdem die Firma diversen Anlegern trotz fristgerechter Kündigung ihr Geld nicht zurückgezahlt hat, wie Finanztest berichtete. (jb)