Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum erfreuen sich trotz zum Teil massiver Kursrückschläge ungebrochener Beliebtheit bei risikofreudigen Anlegern. Das lockt auch manchen Makler an, der Kunden zum Kauf der Währungen rät, um für die Vermittlung Provisionen zu erhalten.

Der Maklerpool Blau Direkt weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass dies ein Spiel mit dem Feuer ist. "Die Finanzaufsicht Bafin vertritt die Auffassung, dass es sich beim kommerziellen Handel mit Kryptowährungen um ein erlaubnispflichtiges Geschäft nach Paragraf 54 Kreditwesengesetz (KWG) handelt. Demnach ist die gewerblich motivierte Vermittlung von Kryptowährungen an Verbraucher ohne ausdrückliche Erlaubnis der Aufsichtsbehörde strafbar und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden", schreibt die Lüneburger Gesellschaft weiter.

Nach Ansicht des Pools ändern auch Umgehungsversuche nichts daran. Die Bafin gehe in ihren Ausführungen auf eine Reihe von Konstellationen ein, die darauf abzielen, gewerbliche Einnahmen mit Kryptowährungen zu erzielen, ohne als erlaubnispflichtiger Vermittler aufzutreten. Solchen Praktiken erteile sie aber ohne Ausnahme eine Absage. "Selbst das Schürfen von Kryptowährungen kann als erlaubnispflichtiger Handel ausgelegt werden, wenn gleichzeitig mit regelmäßigem Weiterverkauf des Kryptogeldes geworben wird", so Oliver Pradetto, Geschäftsführer von Blau Direkt. 

Pool zahlt Courtagen nur in Raten aus
"Auch Kryptowährungen werden nicht unbegrenzt in den Himmel steigen. Früher oder später kommt es zu Kursverlusten. Der Vermittler hat einen Teil des Kundengeldes als Provision bekommen, wird aber den vollen Verlust erstatten müssen", so der Blau-Direkt-Geschäftsführer weiter. "Wir halten die Privatinsolvenz entsprechender Vermittler nahezu für unausweichlich. Die Frage ist nicht, ob es dazu kommt, sondern nur wann." Folglich könnten diese Vermittler früher oder später ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen – wie Stornoprovisionen zurückerstatten. Der Maklerpool ziehe daher Konsequenzen: Vermittler, die Kryptowährungen vermittelten, erhielten ab sofort sämtliche Courtagezahlungen nur noch in Raten über den Haftungszeitraum ausgezahlt.

Haftpflicht sprnigt nicht ein
Ferner weist der Lübecker Maklerpool darauf hin, dass die Vermögensschadenshaftpflicht des Maklers für die Vermittlung von Kryptowährungen nicht greife. Der Vermittler hafte daher immer persönlich. "Vielen ist nicht klar, dass sie aufgrund der rechtlichen Konstellation für jeden Kursverlust ihrer Kunden haften", erläutert Pradetto.

Da das Vermittlungsgeschäft unerlaubt und damit illegal sei, könne sich der Vermittler selbst mit einer gewissenhaften Risikoaufklärung nicht vor Ansprüchen schützen. "Weil das Geschäft illegal betrieben wird, steht dem Kunden ein jederzeitiger Rückabwicklungsanspruch zu. Das heißt, immer wenn der Kunde Kursverluste erleidet, kann er gegenüber dem Vermittler auf Rückabwicklung pochen." Der Vermittler hafte daher unbegrenzt und in voller Höhe inklusive Durchgriff auf sein Privatvermögen. (jb)