In dem Anfang 2015 publik gewordenen Anlagerskandal um die Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung (BWF) gibt es ein weiteres Urteil gegen einen beteiligten Berater. Dieser muss einem geschädigten Anleger dessen gesamte Investition in Höhe von 206.500 Euro erstatten. Das berichtet die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in der aktuellen Ausgabe ihres Mitgliedermagazins unter Berufung auf den Anlegeranwalt. Allerdings sei das Urteil des Landgerichtes Frankenthal (Az: 3 O 317/16) noch nicht rechtskräftig.

Gegen die auch unter dem Namen "Bund Deutscher Treuhandstiftungen" bekannt gewordene Gesellschaft ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin. Der Vorwurf: Die zwischen August 2011 und Januar 2015 bei rund 6.500 Kleinanlegern eigesammelten 57 Millionen Euro seien nur in Teilen und nicht, wie geplant, komplett in Gold angelegt worden. Von den angeblich rund vier Tonnen Gold seien nur ganze 324 Kilogramm echt, der Rest war gefälscht.

Mehrere Urteile gegen Berater
Neben diesem Betrugsvorwurf steht auch ein Verstoß gegen das Kreditwesengesetz (KWG) im Raum, da die BWF Anlegern nicht nur physisches Gold zum Erwerb angeboten, sondern sich zugleich verpflichtet hatte, dieses nach einer bestimmten Zeit mit verlockend hohen, aber unrealistischen Aufschlägen auf den ursprünglichen Preis zurückzukaufen. Dies ist laut Gesetzesdefinition ein erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft, für das die BWF aber keine Lizenz hatte.

Weil bei der BWF dem Vernehmen nach nichts zu holen ist, halten sich Anlegeranwälte an Berater, die die Produkte der BWF vermittelt haben. Und das offenbar mit Erfolg: Im Sommer 2016 wurden bereits mehrere Berater verurteilt (FONDS professionell ONLINE berichtete).