Die Deutsche Asset Management (Deutsche AM) zieht bei zahlreichen ihrer Fonds stabile Mindestaktienquoten ein. Dies geht aus einer Mitteilung der Kapitalverwaltungsgesellschaft an die Vertriebspartner hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliegt. Damit möchte die Deutsche-Bank-Fondstochter Privatanlegern ermöglichen, steuerliche Teilfreistellungen zu nutzen, die das Investmentsteuerreformgesetz mit sich bringt.

Das Gesetz tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. Von diesem Datum an müssen deutsche Fonds auf in Deutschland erzielte Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien 15 Prozent Steuern abführen. Damit werden sie hinsichtlich dieser Erträge steuerlich mit ausländischen Fonds gleichgestellt. Zudem können sich Anleger ab dem 1. Januar 2018 die im Ausland gezahlte Kapitalertragsteuer nicht mehr über ihre Steuererklärung erstatten lassen.


Der deutsche Fondsverband BVI veranstaltet in Kooperation mit FONDS professionell ein kostenloses Seminar für freie Vermittler, das sie auf das Investmentsteuerreformgesetz vorbereiten soll. Die Veranstaltung ist beim FPSB Deutschland unter der Nummer 17-164 registriert und wird mit 1,5 CPD-Credits bewertet.

Das Seminar findet am 10. Oktober 2017 von 12.00 bis 13.30 Uhr beim BVI, Bockenheimer Anlage 15, 60322 Frankfurt am Main, statt.

 

 


Ausgleich für Anleger
Die neuen Regelungen schmälern jedoch die Erträge der Privatanleger. Um einen Ausgleich zu schaffen, hat der Gesetzgeber steuerliche Teilfreistellungen eingeführt. Je nach Art des Portfolios fallen sie unterschiedlich hoch aus.

Bei Fonds mit einer Aktienquote von mindestens 25 Prozent erhalten Anleger eine Teilfreistellung in Höhe von 15 Prozent auf ihre zu versteuernden laufenden Erträge und Veräußerungsgewinne. Beläuft sich die Aktienquote eines Fonds auf mindestens 51 Prozent, so bleiben 30 Prozent der Gewinne abgeltungsteuerfrei.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die jeweiligen Kapitalbeteiligungsquoten in den Anlagebedingungen ausdrücklich festgeschrieben werden. Daher definiert die Deutsche AM bei elf Portfolios eine steuerliche Mindestaktienquote von 25 Prozent. Bei fünf Fonds wird eine stabile Aktienquote von 51 Prozent eingezogen.

Diese Fonds erhalten Mindestaktienquoten
Eine Mindestaktienquote von 25 Prozent ist für die folgenden Fonds vorgesehen: Deutsche Concept Kaldemorgen, Deutsche Multi Opportunities, Deutsche Invest I Multi Opportunities,
Deutsche Invest I Multi Asset Income, Deutsche Invest II Multi Opportunities Total Return, DWS Vermögensmandat-Balance, Multi Opportunities, DWS Balance, DWS Strategic Balance, DWS Sachwerte, Basler-International DWS.

Eine Quote von 51 Prozent definiert die Deutsche AM für die Fonds Multi Opportunities III, DWS Vermögensmandat-Dynamik, DWS Vorsorge AS (Flex), Multi Style - Mars und das DWS Top Portfolio Offensiv.

Kategorisierung für weitere Portfolios geplant
"Trotz der Einführung von Mindestaktienquoten werden diese Fonds weiterhin nach den bewährten Strategien verwaltet", heißt es im Schreiben der Deutschen AM. Das Risikoprofil, der Investmentansatz und der Investmentprozess der Fonds sollen davon unberührt blieben.

Wie aus einer zweiten Mitteilung der Deutschen AM hervorgeht, ist geplant, auch zahlreiche weitere deutsche und luxemburgische Investmentfonds steuerlich als Aktien-oder Mischfonds zu kategorisieren. (am)