Wer haftet, wenn eine Bank in die Insolvenz rutscht? Nicht mehr der Steuerzahler, so das Credo der Politik nach der Finanzkrise – künftig müssen die Gläubiger ran. Doch unter diesen Gläubigern finden sich viele normale Sparer, auch in Deutschland. Darauf wies Felix Hufeld, der Chef der Finanzaufsicht Bafin, jüngst auf einer Fachtagung der Bundesbank in Frankfurt hin.

Privatkunden hielten in erheblichem Umfang Anlagen, die im Falle einer Schieflage eines Instituts ganz oder teilweise abgeschrieben werden müssten, sagte Hufeld laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ). Diese Anleihen, die anders als Spareinlagen oder Investmentfonds nicht vor einer Bankenpleite geschützt sind, heißen "Bail-in"-Kapital. "Deutschland liegt bei Bail-in-fähigem Material in der Hand von Retailkunden nach Italien auf Platz zwei in Europa", sagte Hufeld laut SZ. Konkret gehe es zum Beispiel um Zertifikate und so genannte Nachranganleihen. Eine genaue Summe nannte Hufeld nicht. Zahlen des Deutschen Derivate Verbandes zeigen jedoch, dass allein das Volumen der Retail-Zertifikate hierzulande bei 69,5 Milliarden Euro liegt.

"Oft in den falschen Händen"
Hufeld ist nicht der einzige Aufseher, der sich zu diesem Thema geäußert hat. "Die Bail-in-Instrumente sind oft in den falschen Händen", sagte unlängst auch Hulfelds Vorgängerin Elke König, die inzwischen die Bankenabwicklungsbehörde SRB leitet. (bm)