Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Wie das "Manager Magazin" berichtet, hat das Amtsgericht München einen zweitägigen Strafprozess angesetzt. Der Ex-Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hatte seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014 zu spät abgegeben. Seinen Posten bei den Sparkassen hat er deshalb bereits verloren – nun wird er am 26. April auf der Anklagebank Platz nehmen. Das Urteil soll am 3. Mai fallen.

Der CSU-Politiker, von 2008 bis 2011 bayerischer Finanzminister, hatte als Sparkassenchef ein sechsstelliges Jahresgehalt bezogen. Hinzu kamen Aufwandsentschädigungen für mehrere Aufsichtsratsposten. Solche Nebeneinkünfte fallen nicht unter die Lohnsteuer und müssen dem Finanzamt gesondert gemeldet werden. Fahrenschon hatte sein Versäumnis eingeräumt und erklärt, dass er nicht vorsätzlich gehandelt habe. Juristisch kann eine verspätete Steuerzahlung aber als Steuerhinterziehung gewertet werden.

Kriminell oder nur dumm?
Um welche Summe es konkret geht, ist nicht bekannt. Fahrenschon hatte ursprünglich nicht von der DSGV-Spitze zurücktreten, sondern zunächst den Ausgang des Prozesses abwarten wollen – seinen Steuer-Fauxpas bezeichnete er als "Riesendummheit". Regulär hätte seine Amtszeit im Mai 2018 geendet. Auf Druck seiner Verbandskollegen gab Fahrenschon seinen Posten dann allerdings im November vergangenen Jahres auf. (fp)