Der Ombudsmann der Privatbanken hatte auch 2017 wieder weniger zu tun. Insgesamt 5.325 Beschwerden landeten auf seinem Schreibtisch – 272 weniger als 2016. Überhaupt sinkt die Zahl der Schlichtungsgesuche kontinuierlich seit 2014, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) meldet.

Besonders häufig waren aber Beanstandungen wegen Gebühren für den Zahlungsverkehr zu verzeichnen. Kreditinstitute drehen wegen der Niedrigzinsen und hoher Regulierungskosten an der Gebührenschraube. Hier gab es daher gegen den allgemeinen Trend einen Anstieg der Beschwerden: Von 1.434 im Jahr 2016 auf 1.806 im Jahr 2017.

Klagen über Schiffsfonds
Auch im Wertpapier- und das Kreditgeschäft haben Kunden laut der FAZ häufiger die Schlichtungsstellen angerufen. Im Wertpapiergeschäft seien alleine 1.799 Beschwerden eingegangen und damit 33,8 Prozent mehr als 2016 (1.095). Allerdings waren in den Jahren 2014 und 2015 jeweils über 2.000 Beschwerden in dem Bereich beim Ombudsmann eingegangen, sodass es nach Angaben der Schlichtungsstelle auch hier ein Trend zu weniger Beschwerden gebe.

Wie im Vorjahr sei es dabei vor allem um Investitionen in offene und geschlossene Fonds gegangen. Verbraucher beklagten unter anderem die aus ihrer Sicht fehler- oder lückenhafte Beratung, insbesondere bei Schiffs- und Immobilienfonds.

Weniger Ärger bei Krediten
Die Zahl der Meinungsverschiedenheiten zwischen privaten Banken und ihren Kunden im Kreditgeschäft sank dagegen deutlich. Mit 1.451 Schlichtungswünschen (Vorjahr: 2661) machten sie aber immer noch mehr als ein Viertel aller Fälle aus. 

4.163 der eingereichten Beschwerden erfüllten im vergangenen Jahr die erforderlichen Bedingungen, gut 2.400 wurden abgearbeitet, so die Zeitung. Mehr als die Hälfte davon wurden ganz oder teilweise zugunsten der Kunden entschieden. 924 Mal ging es zugunsten der Bank aus. In 171 Verfahren schlugen die Ombudsleute einen Vergleich zwischen beiden Parteien vor. (jb)