Neuigkeiten für Infinus-Anleger mit Orderschuldverschreibungen der im November 2013 kollabierten Muttergesellschaft Future Business KGaA (Fubus). Insolvenzverwalter Bruno Kübler hat Immobilien der Gesellschaft sowie Gebäude des persönlich haftenden Gesellschafters Jörg Biehl verkauft. Dadurch sind den beiden Insolvenzmassen zusätzlich über 13 Millionen Euro zugeflossen, wie Kübler in einer Pressemitteilung schreibt.

Allerdings können die rund 28.000 geprellten Anleger nicht damit rechnen, dass sich durch den Verkauf ihre zu erwartenden Rückzahlungen massiv erhöhen werden. Kübler konnte, diesen Verkauf eingerechnet, bislang rund 150 Millionen Euro für die Investoren aufbringen. Daraus errechnet sich, dass die Fubus-Gläubiger nur bis zu 20 Prozent ihrer Investitionssumme erwarten können.

Verkauf an Schweizer Family-Office
Die 150 Millionen Euro setzen sich zusammen aus den Immobilien-Verkaufserlösen, den bereits erfolgten Rückkäufen von Lebens- und Rentenversicherungen, der Einziehung von Bankbeständen, dem Verkauf von Edelmetallen und der Auflösung eines Fonds-Depots.

Der letzte Immobilienverkauf umfasste den Verkauf der Dresdner Fubus-Villen sowie ein Mehrfamilienhaus. Der Verkauf erfolgte an die Gesellschaft eines Schweizer Family Office, die für beide Objekte insgesamt 11,3 Millionen Euro zahlte. Bereits vorher konnte Kübler nach eigenen Angaben die Dresdner Eigentumswohnungen der Fubus an verschiedene Käufer für insgesamt 950.000 Euro veräußern. Dazu kamen Erlöse in Höhe von 1,8 Millionen Euro für die Häuser von Jörg Biehl, die ebenfalls von dem Family Office erworben wurde.

Langwieriges Verfahren
Das Insolvenzverfahren bei der Fubus gilt als eines der komplexesten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte die Firmengruppe um Infinus und Future Business am 5. November 2013 mit einer bundesweiten Razzia ausgehoben. Die Fahnder werfen zehn Beschuldigten unter anderem das Betreiben eines Schneeballsystems vor. Weil die Staatsanwaltschaft Dutzende Firmenkonten sperren ließ, rutschte ein Infinus-Unternehmen nach dem anderen in die Insolvenz. Drei auf Insolvenzrecht spezialisierte Kanzleien wickeln die Firmengruppe nun ab. Allerdings gibt es hier immer wieder Schwierigkeiten (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Insgesamt sind von den Firmenpleiten mehr als 40.000 Anleger betroffen, die dem Dresdener Finanzkonglomerat in Summe über eine Milliarde Euro anvertraut hatten. Die Fubus agierte dabei als größtes Emissionshaus und Holding der Firmengruppe. (jb/bm)