Versicherungsvermittler aller Coleur arbeiten innerhalb eines eng gesteckten regulatorischen Rahmens. Das kann durchaus zu Problemen führen, da Makler oder gebundene Vertreter ihren unternehmerischen Ehrgeiz mit dem Kundeninteresse sowie mit vielen Gesetzen und Verordnungen in Einklang bringen müssen. Dies erklärt Stephan Michaelis von der Hamburger Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte.

Der Jurist nennt ein Beispiel, das seine Warnung verdeutlichen soll: Um dem Kunden das Leben zu vereinfachen, würden Vermittler seine Unterschrift zuweilen auf einen Antrag, eine Lastschriftermächtigung oder eine Vollmacht setzen. Dem Makler erscheint dies als Lappalie, für den Juristen ist es jedoch ein handfester Straftatbestand – eine Urkundenfälschung mit weitreichenden Folgen.
 
Lappalie oder Straftat?
Die Frage was wirklich eine Lappalie, was "nur" eine Ordnungswidrigkeit und was eine Straftat darstellt, ist nicht immer einfach zu beantworten. Die Grenze zwischen fahrlässigem Verhalten, das straffrei bleibt, und einem sogenannten strafbewehrten Eventualvorsatz ("billigend in Kauf nehmen") ist Michaelis zufolge fließend. Darüber entscheiden regelmäßig die Gerichte. Der Hamburger Jurist hat daher zusammen mit einem Kollegen ohne Anspruch auf Vollständigkeit eine Abhandlung zu dem Thema auf seiner Internetseite veröffentlicht.

FONDS professionell ONLINE hat für Sie einige von Michaelis Beispielen an Verstößen zusammengestellt, die in der Praxis häufiger vorkommen dürften, und die den Tatbestand einer Straftat erfüllen können – klicken Sie sich einfach durch die Bilderstrecke! (jb)