Gute Nachrichten für Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum (WEG): Im Zuge der geplanten strengeren Regulierung der beiden Berufsstände müssen deren Angehörige nicht wie ursprünglich angedacht ihre Sachkunde mittels einer Prüfung oder bestimmter Berufsabschlüsse nachweisen. Stattdessen soll es eine Weiterbildungspflicht geben. Das berichtet der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV). Dieser weiß auch, dass der Bundestag den entsprechenden "Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum" am 22. Juni in zweiter und dritter Lesung berät.

Zum besseren Verständnis: Die Regierung möchte die Hürden für die Berufszulassung von Immobilienmaklern und WEG-Verwaltern erhöhen. Sie begründete dies in ihrem Gesetzentwurf vom November vergangenen Jahres damit, dass Verbraucher keine ungeeigneten Objekte erhalten und keine finanziellen Schäden durch eine unsachgemäße Verwaltung von Immobilien erleiden sollen. Schließlich setzten Privatleute Wohngebäude vermehrt auch für die Altersvorsorge ein.

Gewerbeerlaubnis für Verwalter
Erreicht werden soll dieses Ziel mit Erweiterungen des Paragrafen 34c Gewerbeordnung (GewO), der damit erneut geändert wird. Die Erlaubnis für Immobiliardarlehensvermittler wurde erst 2016 aus dem für Kreditvermittler einschlägigen Paragrafen 34c Absatz 1 Nr. 2 herausgelöst und in den neu geschaffenen Paragrafen 34i GewO überführt.

Für WEG-Verwalter wird mit dem neuen Paragrafen 34c Absatz 4 erstmals eine Gewerbeerlaubnis vorgeschrieben. Künftig müssen sie ihre Zuverlässigkeit sowie geordnete Vermögensverhältnisse belegen. Hinzu kommt der verpflichtende Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (VSH). Immobilienmakler benötigen bereits eine Gewerbeerlaubnis. Im Gegensatz zu den Verwaltern müssen sie in Zukunft aber keine VSH haben.

Fortbildung statt Sachkundenachweis
Beide Berusgruppen sollten auch zu einem Sachkundenachweis verpflichtet werden. Das ist laut dem DDIV nun vom Tisch. Dafür müssen sie sich weiterbilden. Der neue Vorschlag sieht eine regelmäßige Fortbildung für WEG-Verwalter und Makler von mindestens 20 Stunden innerhalb von drei Jahren vor. Die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen ist der Erlaubnisbehörde nachzuweisen. Kommt ein Makler oder Verwalter dieser Pflicht nicht nach, wird ein Bußgeld fällig.

Gewerbetreibende mit einem staatlich anerkanntem Aus- oder Fortbildungsabschluss als Immobilienkaufmann oder Immobilienfachwirt sollen in den ersten drei Jahren nach Aufnahme ihrer Tätigkeit von der Weiterbildungspflicht befreit sein. Sie müssen ihre Kunde aber über die Fortbildungen informieren. Einzelheiten sollen später in einer Rechtsverordnung geklärt werden. (jb)