Vor dem Schweinfurter Landgericht müssen sich derzeit vier Angeklagte wegen gemeinschaftlichen Versicherungsbetrugs in Höhe von 3,5 Millionen Euro verantworten. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR).

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Männern im Alter von 42, 58, 58 und 68 Jahren demnach vor, zwischen Mai 2006 und Juli 2009 für rund 1.500 Kunden Lebensversicherungen oder Zusatzrentenversicherungen abgeschlossen zu haben. Dabei sollen sie mit den Klienten aber vereinbart haben, deren Versicherungsbeiträge für einen bestimmten Zeitraum zu übernehmen. Nach einiger Zeit hätten die Kunden die Verträge dann einfach kündigen sollen. Somit war von vornherein kein realer Versicherungsabschluss geplant gewesen – die Angeklagten haben vielmehr von den Versicherungen auf diese Weise hohe Provisionszahlungen erschleichen wollen.

Auf Anraten ihrer Anwälte äußerten sich die vier Versicherungsvermittler – allesamt Quereinsteiger – nicht zum Sachverhalt und machten nur Angaben zur eigenen Person, so der BR. Die Angeklagten sind nicht in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 9. Oktober fortgesetzt, dann soll ein Ermittlungsbeamter als Zeuge gehört werden. Bis Mitte Dezember sind neun Verhandlungstage angesetzt. (jb)