Das Landgericht Schweinfurt hat vier Versicherungsvermittler wegen Provisionsbetrug in Millionenhöhe zu Haftstrafen zwischen 16 Monaten und zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das milde Urteil kam zustande, da die Angeklagten geständig waren und das schon einige Zeit laufende Verfahren somit abgekürzt werden konnte, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet.

Die Masche der vier Männer war, dass sie Kunden mit einer beitragsfreien Zeit beim Abschluss einer Lebensversicherung oder einer Zusatzrentenversicherung anlockten. Die Prämien zahlten die Vermittler für diesen Zeitraum selbst. Danach konnten die Kunden, rund 1.500 an der Zahl, der SZ zufolge entscheiden, ob sie die Policen fortführen wollten.

Die meisten stornierten aber, sodass offenbar niemals ein realer Versicherungsabschluss beabsichtigt war. Vielmehr hatten es die vier, allesamt Quereinsteiger in die Branche, von vornherein auf die bereits geflossenen Provisionen abgesehen. In Summe sollen es 3,5 Millionen Euro gewesen sein, die rund ein Dutzend Versicherungsgesellschaften gezahlt hatten. (jb)