Vermittler von Wohnimmobiliardarlehen, die bislang mit einer Erlaubnis nach Paragraf 34c Gewerbeordnung (GewO) arbeiten, müssen sich sputen. In weniger als sechs Monaten beginnt die neue gesetzliche Erlaubnispflicht nach Paragraf 34i GewO. Die seit Ende März laufende Übergangsfrist sollte von den betroffenen Vermittlern dringend genutzt werden, weil ihre alte 34c-Erlaubnis zur Vermittlung von Immobiliendarlehen an Verbraucher nach dem 21. März 2017 automatisch erlischt. Damit droht ihnen eine "Erlaubnislücke" bei ihrer beruflichen Tätigkeit. Doch nicht nur das.

"Paragraf 34 i Gewerbeordnung gibt der Erlaubnisbehörde die Möglichkeit, säumige Vermittler an den 'Pranger' zu stellen", mahnt Rechtsanwalt Norman Wirth von der Berliner Kanzlei Wirth-Rechtsanwälte. Die zuständige Erlaubnisbehörde darf Verstöße im Vermittlerregister unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen im Internet veröffentlichen. Darüber hinaus stellt die Vermittlung von Immobiliarverbraucherdarlehen ohne die erforderliche Erlaubnis eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit bis zu 5.000 Euro Geldbuße geahndet werden kann.

Dabei mache es der Gesetzgeber den 34c-Vermittlern leicht. Gemäß Paragraf 160 Absatz 2 Gewerbeordnung entfällt für sie die Prüfung der Zuverlässigkeit und der Vermögensverhältnisse. Wenn sie dann noch seit dem 21. März 2011 oder länger ununterbrochen unselbständig oder selbständig Immobiliardarlehensverträge an Verbraucher vermittelt haben, profitieren die Bestandsvermittler darüber hinaus von der "Alten-Hasen-Regelung" des Paragraf 160 und damit vom Wegfall der Sachkundeprüfung.

Wirth rät 34c-Erlaubnis zu behalten
"Wie gesagt – nur bis zum 21. März 2017! Bis zu diesem Termin muss  die neue Erlaubnis erworben sein", so Wirth weiter. Viel Zeit sei also nicht mehr. Besonders diejenigen Vermittler, die noch nicht länger als fünf Jahre im Geschäft sind und deshalb die Sachkundeprüfung absolvieren müssen, sollten sich zeitnah um eine entsprechende Schulung kümmern.

Der Anwalt rät überdies, dass die Vermittler Ihre Erlaubnis nach Paragraf 34c GewO behalten sollten. Die neue Erlaubnis nach Paragraf 34i GewO betrifft nämlich nur Immobiliardarlehensverträge mit Verbrauchern. Wer darüber hinaus nach wie vor Immobilienkredite an Unternehmer vermitteln möchte, benötigt dafür auch in Zukunft die Erlaubnis nach Paragraf 34c GewO. (jb)