Der Großteil der 243 Milliarden US-Dollar, den die Finanzinstitute für Strafen hinblättern mussten, wurde für irreführende Angaben zur Qualität jener Hypotheken verhängt, die die Banken während der Immobilienblase in Anleihen verpackten. 93 Prozent dieser Summe gehen auf das Konto von lediglich 13 Banken. Das ist das Ergebnis eines Berichts von Keefe, Bruyette & Woods.

Allerdings sollte man dazu wissen, dass die Bußgelder oftmals nicht in voller Höhe an die staatlichen Stellen überwiesen werden. Vieles davon wird auch gegengerechnet. Ein Beispiel: Die Vergabe eines 1,8-Milliarden-Dollar-Kredits von Goldman Sachs für leistbaren Wohnraum wurde als Teil einer 5,1-Milliarden-Dollar-"Strafe" anerkannt. Das tatsächliche Bargeld, das die Banken bezahlen, fließt zumeist in Bundes- oder Länderkassen und ist nicht zweckgebunden.

Laut dem Bericht werden die Bußgelder künftig sinken – zum einen wegen der Zeit, die seit der Hypothekenkrise verstrichen ist, und zum anderen wegen der Deregulierung der Trump-Administration. Dennoch seien die Risiken nicht ganz verschwunden, wie beispielsweise der "Phantomkonten-Skandal" der US-Großbank Wells Fargo zeigt. (mb)

BankStrafe
Bank of America$ 76.100.000
JPMorgan Chase$ 43.700.000
Citigroup$ 19.000.000
Deutsche Bank$ 14.000.000
Wells Fargo$ 11.800.000
Royal Bank of Scotland$ 10.100.000
BNP Paribas$  9.300.000
Credit Suisse$  9.100.000
Morgan Stanley$  8.600.000
Goldman Sachs$  7.700.000
UBS$  6.500.000