Das Iowa Public Employees Retirement System und zwei weitere Pensionsfonds klagen, diverse US-Investmentbanken wollten eine Umstellung auf ein vollständig elektronisches System blockieren, über das Geber und Leiher von Aktien zusammengebracht werden. Der Vorwurf: Die Banken wollten auch weiterhin von jeder Transaktion profitieren. Bei einem Leerverkauf verkaufen Händler geliehene Aktien, um sie zu einem geringeren Preis zurückzukaufen, wenn der Kurs gesunken ist. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein.

"Die großen Investmentbanken haben konspiriert, um ihre Gewinne auf Kosten der gewöhnlichen Investoren zu bewahren", erklärte der Anwalt der Kläger, Michael Eisenkraft von Cohen Milstein Sellers & Toll, in Washington in einer Mitteilung. Die Kläger streben in der Sammel- und Kartellklage Schadensersatz in bislang ungenannter Höhe an. Die Summe könnte unter Bundesrecht verdreifacht werden. Die Vertreter der beklagten Banken lehnten bisher eine Stellungnahme ab.

Abgekartetes Spiel?
Die Klage wirft den Banken vor, sie wollten die Umstellung auf einen elektronischen "All-to-All" Markt verhindern, der die Preistransparenz und den Wettbewerb verbessern würde, während sie als Transaktions-Mittelmänner wegfallen würden. Der Markt für Aktienleihen spielt in der US-Wirtschaft eine wichtige Rolle, da er eine Absicherung ermöglicht und gleichzeitig effiziente Finanzsysteme gewährleistet. (kb)