In Rahmen des seit 2009 laufenden Insolvenzverfahren gegen die Akzenta AG strengt der Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach aus München ausgewählte Musterverfahren gegen Vermittler auf Rückzahlung gezahlter Abschlussprovisionen an. Diese Provisionen hatte das Unternehmen für den Verkauf von Duplex-, Impuls- und Multiplex-Umsatzbeteiligungen ausgeschüttet, welche sich im Jahr 2006 aber als Teil eines umfassenden Schneeballsystems entpuppten. Im gleichen Jahr war die Geschäftsführung der Akzenta wegen Betruges festgenommen worden, bevor das Unternehmen 2009 Insolvenz anmeldete.

Bei seinen aktuellen Forderungen beruft sich Insolvenzverwalter Bierbach auf einen Musterprozess über Rückforderungen gegen Vermittler, die den "Phoenix Managed Account" der im Jahr 2005 insolvent erklärten Phoenix Kapitaldienst GmbH vertrieben hatten. Dieses Produkt hatte sich 2004 nach dem Tod von Firmengründer Dieter Breitkreuz ebenfalls als Schneebalsystem herausgestellt.

Nach Aufassung von Norman Wirth, Fachanwalt für Versicherungsrecht in Berlin, haben die Klagen des Verwalters aber keine Aussicht auf Erfolg: "Nach unserer Auffassung sind die gegen Vermittler in den Phoenix-Fällen ergangenen Urteile des Bundesgerichtshofes vorliegend nicht anwendbar. Diese bezogen sich eindeutig nur auf sogenannte Folgeprovisionen. Eine vergleichbare Konstellation liegt in den Akzenta-Fällen nicht vor. Wir sehen Aussicht auf Erfolg für die betroffenen Vermittler", so Wirth. 

Der Fall der Akzenta zählt zu den größten Insolvenzprozessen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. In dem laufenden Verfahren - das es auf mehr als 15.000 Gläubiger bringt - geht es um Forderungen in Höhe von circa 100 Millionen Euro. Im Falle der Phoenix hatten 27.000 betroffenen Anleger Gelder in Höhe von über 600 Millionen Euro eingeklagt. (jb)