Anne E. Connelly gibt ihren Posten bei Morningstar auf, um sich ganz ihrem jüngsten Projekt zu widmen: dem Karrierenetzwerk "Fondsfrauen". Connely hatte zuletzt sechs Jahre lang das Marketing des Fondsanalysehauses in der EMEA-Region verantwortet. Branchenweit bekannt geworden war sie zuvor als Morningstar-Deutschlandchefin.

"In den vergangenen Jahren ist in mir der Wunsch gewachsen, wieder stärker unternehmerisch tätig zu werden", sagte Connelly im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Ende vergangenen Jahres hatte ich die Idee mit den Fondsfrauen und habe schnell gemerkt, wie groß der Bedarf für ein solches Netzwerk ist." Morningstar habe sie dabei immer unterstützt und werde das auch weiterhin tun. "Wer mich kennt, weiß aber, dass ich nichts halbherzig machen kann, darum habe ich mich letztlich dazu entschieden, Morningstar zu verlassen." Bis Ende November ist Connelly noch bei dem US-Analysehaus angestellt, danach ist sie selbständige Unternehmerin.

Schon 550 Fondsfrauen
Bei den Fondsfrauen haben sich bislang 550 Frauen aus der Investmentbranche registriert. "Bedarf gibt es jedoch auch von Seiten der Unternehmen, die wissen, dass Gender-Themen immer wichtiger werden", sagt Connelly. Sie verweist etwa auf die Frauenquote: "Ab September müssen sich etwa 3.500 Unternehmen eine freiwillige Quote für Frauen in Führungspositionen und Aufsichtsräten geben, an deren Erfüllung sie gemessen werden. Darunter könnten auch zahlreiche Anbieter aus der Fondsbranche sein."

Die bisherigen Frauen-Netzwerke seien oft nicht zielführend, meint Connelly. Von branchenübergreifenden Initiativen hält sie eher wenig. "Wenn sich zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen Sektoren unterhalten, fehlt der fachliche Austausch. Schon eine Investmentbankerin und eine Fondsmanagerin sprechen eine unterschiedliche Sprache."

In großen Konzernen gebe es zwar oft bereits Frauen-Netzwerke, diese seien jedoch in der Zentrale angesiedelt, also etwa in der Bank, der Versicherung oder im Fall eines ausländischen Asset Managers in London oder New York. "Den Angestellten der deutschen Fondssparten fehlt ein entsprechendes Netzwerk", hat Connelly beobachtet. Mit Pioneer und Allianz Global Investors konnten sie und ihre beide Mitgründerinnen Manuela Fröhlich und Anke Dembowski bereits zwei Fördermitglieder für die Fondsfrauen gewinnen, weitere Gespräche laufen. "Diesen Unternehmen können wir eine neutrale Plattform bieten", so Connelly.

Seit 1989 in der Investmentbranche
Mit Regionaltreffen haben die Fondsfrauen bereits begonnen. Im Herbst soll ein Mentoren-Programm starten. Connelly plant auch Workshops. "Ein Schwerpunkt meiner künftigen Arbeit soll darin liegen, die Führungserfahrung, die ich in den vergangenen Jahrzehnten sammeln konnte, an andere Frauen weiterzugeben."

Connelly ist der Fondsbranche bereits seit 1989 treu: Damals stieg sie bei Pioneer in Boston ein. 1992 half sie dabei, den US-Anbieter nach Europa zu holen – zunächst arbeitete sie in Frankfurt, dann in München in Führungspositionen in Vertrieb und Marketing. 2001 wechselte sie zu Morningstar, um das Deutschlandgeschäft aufzubauen und ein Team anzuheuern. Vom Jahr 2009 an leitete sie dann das Marketing des Fondsanalysehauses in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. (bm)