Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun ist hierzulande oft in den Schlagzeilen gewesen, da sie sich erfolglos an der Bieterschlacht um die BHF-Bank beteiligte. Darüber geriet ein wenig in Vergessenheit, dass Fosun auch an der Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) interessiert ist. Die Finanzaufsicht Bafin, die dem Kauf zustimmen muss, hat nun nach Angaben des Handelsblatts angekündigt, zeitnah über das Ansinnen Fosuns zu entscheiden.

Der Zeitung zufolge habe die Behörde aus China mittlerweile fast alle dazu nötigen Unterlagen erhalten. "Wir haben noch an einer Stelle ganz kurzen Informationsbedarf, den man aber sehr schnell erledigen kann", zitiert das Handelsblatt Bafin-Direktor Raimund Röseler. Danach habe die Aufsicht dann formell 60 Tage Zeit, um Fosuns Antrag zu prüfen.

Fosun-Gründer verschwand
Fosun hatte sich bereits im Juli 2015 mit den Eigentümern von H&A über den Kauf geeinigt. Der Genehmigungsprozess hat sich aber in die Länge gezogen, da Fosun-Gründer Guo Guangchang im Dezember während landesweiter Ermittlungen chinesischer Behörden gegen Korruption mehrere Tage lang verschwunden war. Guo hat die chinesischen Behörden nach eigenen Angaben bei deren Ermittlungen unterstützt, wird aber nicht persönlich beschuldigt, heißt es weiter.

Die Bafin, die nach Guos Verschwinden viele neue Fragen an Fosun schickte, sieht das Insidern zufolge inzwischen auch so. Das Unternehmen habe dies auch mit Dokumenten belegen können, so das Handelsblatt. Ob die Behörde am Ende grünes Licht für die Übernahme gibt, stehe allerdings noch nicht fest. (jb)