In Krisenzeiten setzen viele Anleger auf einen steigenden Goldpreis. "Aber auch das Gold des kleinen Mannes, wie Silber oft genannt wird, ist derzeit interessant", sagt Alexander Posthoff, Portfoliomanager bei Bantleon. "Sowohl die Nachfrage von Industrieunternehmen als auch das Aufholpotenzial gegenüber dem Goldpreis sprechen für ein Investment in Silber." Die beiden Edelmetalle bewegen sich mittelfristig in ähnlichen Bandbreiten. Seit Jahresanfang hat der Silberpreis aber nur um rund vier Prozent zugelegt – der Goldpreis dagegen um acht Prozent.

Die Charttechnik spreche ebenfalls für ein Silber-Investment, erklärt Posthoff. Charttechnisch befindet sich Silber in einer günstigen Situation: Im April 2011 hatte der Preis ein historisches Hoch von 50 US-Dollar je Unze erreicht. Danach ging es bis Dezember 2015 abwärts, zwischenzeitlich auf unter 14 Dollar je Unze. Im Jahr 2016 legte der Silberpreis dann erneut zu und überwand den Abwärtstrend. Im zweiten Halbjahr gab es eine Konsolidierung, der zu Beginn dieses Jahres ein neuer Anstieg folgte.

Charttechnik-Ampel steht auf Gelb
Aktuell bewegt sich der Silberpreis bei rund 17 Dollar je Unze und damit in einer breiten Bodenbildungsphase. "Diese wäre beendet, wenn die obere Begrenzungslinie bei etwa 18 Dollar übersprungen würde", erklärt der Bantleon-Experte. Danach wäre der Weg frei in Richtung 21 und 25 Dollar, den Zwischenhochs der Jahre 2016 und 2013. "Würde jedoch das Zwischentief vom Dezember 2016 unterschritten, wäre die Konsolidierung hinfällig und es würden Kursrückgänge in Richtung zwölf Dollar folgen", sagt Posthoff. Sein Rat: Anleger sollten sich mit dem Einstieg noch etwas Zeit lassen. "Mittelfristig ist der Zeitpunkt für den Aufbau von Silber-Positionen aber günstig." (fp)