Dürfen Bausparkassen Altverträge einseitig aufkündigen? Seit Monaten sind sich Juristen über diese Praxis uneins. Mehrere Verbraucherschutzverbände haben Klagen gegen Anbieter eingereicht. Der Bundesgerichtshof (BHG) wird voraussichtlich noch in diesem Jahr dazu ein abschließendes Urteil fällen.

Die Beschuldigten ficht das offenbar nicht an. Zumindest einige Bausparkassen kündigen offenbar weiter hochverzinste Altverträge, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) in ihrer Mittwochsausgabe. "Die Bausparkassen scheinen die BGH-Entscheidung nicht abzuwarten“, zitiert die Zeitung Hartmut Schwarz, bei der Verbraucherzentrale Bremen zuständig für Finanzdienstleistungen. So habe es allein im Dezember rund 40 Beratungen mit Verbrauchern gegeben, denen gekündigt oder ein neues Angebot vorgelegt wurde. Für die zweite Januarwoche seien ebenfalls Termine zu dem Thema vereinbart worden, sagte Schwarz der FAZ.

Der Verband der Privaten Bausparkassen ist von der Rechtmäßigkeit dieser Kündigungen überzeugt, wie er auf FAZ-Anfrage mitteilte: "Schon aus Gründen der Gleichbehandlung der Bausparer dürfte die Branche daher an dieser üblichen Kündigungspraxis festhalten", heißt es in der Stellungnahme. (ps)