Das nächste Kapitel im Skandal um die BWF-Stiftung ist aufgeschlagen. Die Polizei hat vier Verdächtige, die für den mutmaßlichen Betrug in zweistelliger Millionenenhöhe an rund 6.500 Anlegern verantwortlich sein sollen, festgenommen. Dies meldete Rechtsanwalt Sebastian Rosenbusch-Bansi von der Rechtsanwaltskanzlei Cäsar-Preller auf dem Portal "anwalt.de". Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft sollen die zwischen 45 und 67 Jahre alten Verdächtigen die "maßgeblichen Verantwortlichen der beteiligten Firmen" sein, schreibt der Jurist weiter.

Zur Erinnerung: Die Staatsanwaltschaft sowie die Finanzaufsicht Bafin ermitteln gegen das Unternehmen, das auch als "Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung" oder "Bund Deutscher Treuhandstiftungen" in Erscheinung trat. In Zusammenhang mit einem Goldgeschäft besteht offenbar Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug und Verstoß gegen das Kreditwesengesetz. Nach derzeitigem Erkenntnissstand wurden die Anlegergelder nicht zum Ankauf von physischem Gold und somit vertragswidrig und betrügerisch verwendet. Im Feburar dieses Jahres hatten Polizei und Bafin daher eine Hausdurchsuchung in den Berliner Räumen der Gesellschaft vorgenommen. (Lesen Sie zu den Folgen für Vermittler, die Produkte der BWF vertrieben hatten, auch den Gastkommentar von Rechtsanwalt Johannes Fiala und Aktuar Peter Schramm).

Insolvenzverwalter: Aufbereitung kann Jahre dauern
Der Insolvenzverwalter für den Bund Deutscher Treuhandstiftungen, Sebastian Laboga von der bundesweit tätigen Kanzlei Kübler, stimmte die Gläubiger derweil auf eine lange Wartezeit ein. Laboga rechnet damit, dass die Aufbereitung der Akten mit Rücksicht auf die undurchsichtigen Geschäftspraktiken und die hohe Zahl der betroffenen Gläubiger noch Monate, wenn nicht Jahre dauern dürfte. Die Stiftung hatte mit rund 4.300 Anlegern Verträge abgeschlossen. "Es ist eine Detektivarbeit, bei der wir eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten", sagte Laboga, der von der Gläubigerversammlung in seinem Amt bestätigt wurde, laut einer Pressemitteilung seiner Kanzlei. (jb)