Cashboard verabschiedet sich endgültig. Der deutsche Robo-Berater ist nun in den Händen des Insolvenzverwalters Torsten Martini von der Berliner Kanzlei Leonhardt Rattunde, wie das Fintech auf seiner Internetseite offiziell verkündet. In den drei Wochen nach Einreichung des vorläufigen Insolvenzantrages verhandelte die Gesellschaft mit potenziellen Investoren, um die drohende Pleite doch noch abzuwenden – allerdings erfolglos, wie das Branchenportal "Gründerszene" schreibt.

Gegenüber dem Portal äußerte sich Mitgründer und CEO Robert Henker auch über die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit: die ambitionierte Wachstumsstrategie, welche nur durch Fremdfinanzierung zu stemmen sei. Die Einnahmen durch die Kunden hätten dazu nicht ausgereicht, da Cashboard von seinen zuletzt mehr als 10.000 Kunden lediglich eine Gewinnbeteiligung von zehn Prozent ab einer Mindestrendite von zwei Prozent verlangte.

Damit endet die Firmengeschichte des Online-Vermögensverwalters, der 2014 von den Brüdern Stephan und Robert Henker gegründet worden war und seine Portfolios offiziell als Haftungsdachnehmer der HPM Hanseatischen Portfoliomanagement anbot. Diese verfügt ihrerseits über eine Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz. Die Depots der Kunden sind von der Cashboard-Pelite aber nicht betroffen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Großes Produktangebot
Anders als die meisten anderen Anbieter einer digitalen, auf Algorithmen basierenden Geldanlage setzte das Unternehmen nicht nur auf börsengehandelte Indexfonds, die bei der Ebase als Depotbank lagerten, sondern empfahl seinen Kunden ein breites Spektrum an Anlageprodukten. So konnten sich Anleger an Crowdfunding-Projekten beteiligen. Zudem warb das Unternehmen lange Zeit mit einer Mindestverzinsung von zwei Prozent pro Jahr.

Die Performance der Cashboard-Musterportfolios war gar nicht mal schlecht. Im Zwölf-Monats-Zeitraum von Anfang Mai 2016 bis Ende April 2017 erzielte der Robo beim Echtgeld-Test von "Brokervergleich.de" eine Wertentwicklung von neun Prozent. Mitbewerber wie Scalable (+9,8%) oder Quirion (+9,6%) machten ihre Sache kaum besser. Allerdings erzielte Spitzenreiter Whitebox ein Performance von 13,3 Prozent. (jb)