Es mag sein, dass Reden manchmal Silber und Schweigen Gold ist, aber in der Fondsbranche ist das offenbar nicht so. "Für Fondsselektoren, die Fonds von Drittparteien auswählen, sind gerade eine gute Kommunikation und aussagefähige Informationen durch die Fondsgesellschaften wichtige Kriterien. Diese Punkte stehen in letzter Zeit ganz oben auf der Wichtigkeitsskala", erklärt Mauro Baratta, Partner und Direktor bei Fund Buyer Focus (FBF). Diese in Berlin und London ansässige Fondsresearchgesellschaft befragt jedes Kalenderjahr mehr als 1.000 Fondsselektoren in ganz Europa zu ihrer Wahrnehmung des Fondsmarktes.


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Marktumfeld mitentscheidend
Wie hoch die Fondsselektoren die einzelnen Auswahlkriterien gewichten, hängt stark vom Marktumfeld ab. "Wenn die Märkte gut laufen wie zum Beispiel 2006 und 2007, aber auch 2012 und 2013, sind eher Produktqualität und Performance der Fonds ausschlaggebend dafür, wie Fondsselektoren eine Fondsgesellschaft wahrnehmen", sagt Baratta. "Ganz anders sieht es bei schwierigen Marktverhältnissen aus, etwa 2009 oder gerade jetzt. Da geht es nicht um das letzte halbe Prozent mehr an Performance, sondern dann brauchen die Selektoren Anhaltspunkte dafür, wie die Investmentstrategie mit schwierigen Marktsituationen klarkommt, wie das Risikomanagement des Asset Managers funktioniert, wie er die Märkte und deren Einflussfaktoren im Detail einschätzt."

Offenbar wünschen sich die Fondsselektoren derzeit Ideen-Input, der kommuniziert werden will: Wie werden sich die Krisen in der Ukraine, in Israel und im Irak auf die Märkte auswirken? Sind die Aktienmärkte bereits ausgereizt angesichts eher pessimistischer Aussichten auf die Unternehmensgewinne? Auf welche Alternativen kann man im aktuellen Niedrigzinsumfeld setzen? Gibt es womöglich Investmentpfade, die noch nicht ausgetreten sind?

"Fondsselektoren schätzen zielgerichtete Ansprache"
Baratta verfolgt die Kommentare, die Fondsselektoren in den Interviews geben, und erklärt: "Generell schätzen Fondsselektoren eine zielgerichtete Ansprache, die ihre jeweilige Situation berücksichtigt und eine gute Balance zwischen zu wenig und zu viel Information hält. Wem dies bei der Gestaltung seiner Marketingmaterialien, Websites, Webinare oder Mailings gelingt, der hat gute Chancen, als guter Kommunikator wahrgenommen zu werden und erfolgreich zu sein." Darüber hinaus wünschten sich die Berater und Selektoren möglichst objektive und konstruktive Markteinschätzungen, die ihnen drohende Gefahren aufzeigen und Hinweise auf gute Investmentmöglichkeiten geben, ohne direkt an eine Vertriebsabsicht gebunden zu sein. "Ein gutes Beispiel hierfür ist der Report 'Guide to Markets', der in regelmäßigen Abständen von J.P. Morgan veröffentlicht wird", so Baratta. "Wir sehen anhand vieler Kommentare nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen europäischen Märkten, dass diese Publikation unter den Fondsselektoren hohes Ansehen genießt." (gp)


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