Nach Ansicht von Marc Renaud, CEO und Gründer von Mandarine Gestion, waren selten so viele Unternehmen, die im STOXX Europe 600 vertreten sind, unterbewertet. Auf Zehnjahressicht war die Anzahl der Unternehmen, deren Aktienkurs unter dem Buchwert liegt, nur in den Jahren 2008 und 2011 größer. "Diese Zahl zeigt, dass es noch viele unentdeckte Substanzperlen in Europa gibt. Dies bietet gleichzeitig gute Möglichkeiten für Value-Investoren. Obwohl die Wachstumserwartungen der Euroländer in den nächsten fünf Jahre gering sind, können Investoren hier durchaus Wert generieren. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Liquidität der Titel entsprechend groß ist und sie deshalb gut handelbar sind", so der Fondsmanager.

Großteil unterbewerteter Unternehmen im Finanzsektor
51 Prozent der 163 identifizierten unterbewerteten Titel stammt aus dem Finanzsektor, darauf folgen Versorgersektor und Baugewerbe mit sieben beziehungsweise vier Prozent. "Die große Anzahl unterbewerteter Finanztitel zeigt, welches Potenzial in diesem Sektor steckt", meint Renaud. Er ist davon überzeugt, dass vor allem mit Titeln aus dem Banken- und Versicherungsbereich weiter Geld verdient werden kann. Entsprechende Aktien machen aktuell 22 Prozent des Portfolios seines Fonds Mandarine Valeur (ISIN: FR0010554303) aus. "Viele Anleger lassen derzeit die Finger von Finanztiteln, da sie der Meinung sind, Bankbilanzen seien nicht zu durchschauen. Aus unserer Sicht sind diese Titel aber immer noch unterbewertet, wenn man einen entsprechenden Abschlag beim Buchwert einkalkuliert", so der Stock-Picker.

Werte mit wenig Exposure gegenüber PIIGS-Staaten bevorzugt
Allerdings achten die Experten von Mandarine Gestion bei der Auswahl der Titel strikt darauf, dass die Finanzinstitute bestimmte Kriterien erfüllen. "Maßgeblich sind für uns eine solide Bilanz, eine ausreichende Solvabilitätsquote, ein umfassendes Privatkundengeschäft sowie ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von mindestens eins", erklärt Andreas Krebs, Managing Director und Partner von Mandarine Gestion. Zudem berücksichtigt die Gesellschaft, dass die ausgewählten Unternehmen den PIIGS-Staaten in möglichst geringem Maße ausgesetzt sind, um damit verbundene Risiken zu reduzieren. (mb)