Die europäischen Privathaushalte verfügen über ein Vermögen von insgesamt vier Billionen Euro, das nicht professionell verwaltet wird und deshalb entweder an Wert verliert oder Wachstumschancen verpasst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Londoner Beratungsunternehmens Mackay Williams im Auftrag des Luxemburger Fondsverbands ALFI (Association of the Luxembourg Fund Industry).

"Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass die europäischen Privathaushalte über eine enorme Summe an Bareinlagen verfügen – die sogar höher ist als das Gesamtvermögen aller Haushalte Südamerikas –, die davon profitieren würden, in Investmentfonds investiert zu werden", sagte ALFI-Präsident Marc Saluzzi.

"Fokus auf die Bedürfnisse von Privatanlegern"
Um diese Vermögenswerte zu erschließen, müssten die Fondsgesellschaften ihren Blick jedoch auf die Anleger jenseits der wohlhabendsten zehn Prozent richten. "Sowohl Privatanleger als auch die Fondsindustrie und ihr Image würden davon profitieren, wenn Investmentfonds ihren Fokus auf die Bedürfnisse von Privatanlegern ausrichten und Maßnahmen ergreifen würden, um den Mittelzufluss aus dieser Zielgruppe zu erhöhen", sagte Saluzzi. Die Zinsen auf Bareinlagen böten den Anlegern keinen realen Vermögenszuwachs mehr. "Insbesondere im Vergleich zu den Anlegern aus den USA verpassen europäische Investoren Anlagechancen, weil sie in den vergangenen Jahren nicht investiert waren."

Das Vermögen privater Haushalte, das in Investmentfonds angelegt ist, ist der Analyse zufolge zwischen 2006 und 2011 um mehr als 25 Prozent auf 1,2 Billionen Euro gesunken. In den USA dagegen ist diese Zahl im selben Zeitraum um acht Prozent gestiegen. Bargeldbestände machen in Europa 42 Prozent der gesamten Privatvermögen aus, in den USA dagegen lediglich 18 Prozent.

"Einmalige Chance"
"Wir erleben derzeit einen fundamentalen Wandel in der Finanzindustrie, der dazu geführt hat, dass Privatanleger die Finanzmärkte als zu riskant für ihre Ersparnisse einschätzen", sagte Saluzzi. "Fondsmanager haben jetzt die einmalige Chance, zum Verbindungsglied zwischen Privatanlegern und ihren Renditebedürfnissen einerseits und den Finanzmärkten andererseits zu werden – und damit das Vertrauen dieser Anlegergruppe in die Finanzmärkte zurückzugewinnen." (bm)


Interessierte Leser finden die vollständige Studie in englischer Sprache hier.