Thomas Hupp gehört zu der raren Spezies der Vermögensverwalter, die Investmentprodukte mit einer Saisonalitätsstrategie – umgangssprachlich unter dem Namen "Halloween-Effekt" bekannt – managen. In einem Gastbeitrag für FONDS professionell ONLINE hat der Co-Geschäftsführer des Freiburger Vermögensverwalters 4D-Vermögensplanung analysiert, wie sich der kommende Monat April in historischer Hinsicht entwickelt hat. Sein Fazit: Kaufen Sie in den kommenden Wochen europäische Aktien und lassen Sie die Finger von Werten aus Nippon. (jb)

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Studien, die teilweise Zeiträume von mehr als hundert Jahre betrachten, sprechen eine eindeutige Sprache. Die unterschiedlichen Monate haben unterschiedliche Chancen- und Risikopotentiale, die ein Aktieninvestor kennen sollte. Lesen Sie hier, was den April charakterisiert:

Der April ist nach dem Dezember der zweitbeste Monat am internationalen Aktienmarkt. Das Risiko ist geringer als in vielen anderen Monaten, und sorgt für gute Performance, was sich mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 73 Prozent deutlich ausdrückt. Diese historischen Zahlen lassen sich aus der Analyse der vergangenen 45 Jahre ermitteln und geben somit einen Hinweis auf einen aktienfreundlichen Monat.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was für oder gegen einen positiven Verlauf von Aktien im April sprechen könnte.

Die derzeit lockere Geldpolitik Europas, der schwache Euro und die günstigen Energiepreise könnten dafür sorgen, dass die ersten Quartalsbilanzen europäischer Unternehmen sehr positiv ausfallen und damit Aktien durch eine Welle von guten Nachrichten weiter an Wert zulegen.  

Unterschiedliche Verläufe der Aktienmärkte im April
Dabei lohnt sich ein genauerer Blick in die Historie, denn die unterschiedlichen Aktienmärkte entwickeln sich im Laufe der Monate unterschiedlich.   

Amerikanische Aktien des S&P500 sind im April häufiger gestiegen als gefallen und es war der drittbeste Monat des Jahres bezüglich Rentabilität. Das Downside Risk war mit nur 2,74 Prozent niedrig. Die Gewinnhäufigkeit lag bei 68,7 Prozent und somit ist der April nach Januar der zweitbeste Monat und demzufolge sind amerikanische Aktien beachtenswert im Monat April.

Die 600 größten europäischen Aktiengesellschaften des Stoxx Europe 600 zeigten in den vergangenen 24 Jahren ebenfalls einen bemerkenswerten April. Die Rendite mit 1,92 Prozent war die zweitbeste Monatsrendite des Jahres und das Downside Risk von 1,55 Prozent war der zweitniedrigste Wert im Kalenderjahr. Die Gewinnhäufigkeit von 67,86 Prozent steht in diesem Monat an Platz Vier. Daraus lässt sich schließen, dass der April ein guter Monat für europäische Aktien ist.

Kein Monat für japanische Aktien
Hingegen ist für japanische Aktien der April ein unterdurchschnittlicher Monat, mit 0,83 Prozent konnten die 225 größten Aktien des Nikkei225 in den vergangenen 65 Jahren nur mittelmäßig performen. Das Downside Risk ist bei 5,62 Prozent der zweitriskanteste Wert des Jahres. Mit 59 Prozent Gewinnhäufigkeit sind die Chancen für japanische Aktien zudem eher mittelmäßig. Somit sollte man den japanischen Aktienmarkt im April eher mit Vorsicht genießen.

Ergebnis dieser Vergangenheitsstudien ist, dass unter zyklischen Aspekten diesen April europäische Aktien übergewichtet, amerikanische Aktien beigemischt und japanische Aktien untergewichtet werden sollten. Ein Ausstieg aus den Aktienmärkten ist im Moment noch nicht angezeigt.