Der 1. August ist ein wichtiger Tag für die Honorarberater in Deutschland. An dem Tag tritt das Honoraranlageberatungsgesetz und damit der Paragraf 34h Gewerbeordnung (GewO) in Kraft treten, die für ein einheitliches Berufsbild des Honorarberaters sorgen sollen.

Das kommende Gesetz stand auch im Mittelpunkt der vom VDH GmbH Verbund Deutscher Honorarberater am 7. Juli in Frankfurt organisierten Honorarberater-Konferenz, da es durchaus noch Klärungsbedarf seitens des Gesetzgebers gibt. Die neuen Regeln schaffen im Wesentlichen zwei neue Berufsbilder: Der Honorar-Anlageberater arbeitet in einem nach Kreditwesengesetz (KWG) regulierten Finanzinstitut und darf zu allen Wertpapieren beraten. Der Honorar-Finanzanlagenberater nach Paragraf 34h GewO muss sich auf Investmentfonds und Beteiligungsmodelle beschränken – analog zum Finanzanlagenvermittler nach Paragraf 34f GewO. Weder der gewerbliche noch der KWG-regulierte Honorarberater darf eine Provision eines Produktanbieters annehmen. Ob sie sich beide "Honorarberater" nennen dürfen, ist übrigens auch noch nicht ausgemacht, zumal es auch unterschiedliche Auffassungen darüber unter Juristen gibt, wie FONDS professionell ONLINE bereits Ende Mai berichtete.

VDH ruft nach Klärung durch Finanzaufsicht BaFin
Nach Meinung des VDH sorge das zweigeteilte Gesetz nämlich vor allem für eine "Zwei-Klassenberatung". Während Honorar-Anlageberater im Kreditwesengesetz reguliert seien und unabhängig über sämtliche Finanzinstrumente beraten dürften, können Honorar-Finanzanlageberater nur eingeschränkt im Bereich der Investmentfonds ihre Dienstleistungen erbringen. "Honorarberater beraten ganzheitlich und sollten nicht auf Produktebene reguliert werden. Schließlich geht es nicht um den Verkauf bestimmter Produktkategorien, sondern um eine ganzheitliche Beratung" kritisierte VDH-Chef Dieter Rauch laut einer Pressemitteilung die Politik. Auch der Bezeichnungsschutz sei – wie oben schon angeklungen –  unklar definiert und bedürfe endlich einer Klarstellung der BaFin.

Neben dem neuen Gesetz standen vier Themenblöcken über Vermögensverwaltende Fonds, Passives Investieren mit ETFs, Zinstief und Honorartarife auf der Agenda der Konferenz, auf der sich die Honorarberater angesichts der anstehenden Regulierungen wie MiFiD II und IMD zuversichtlich zeigten, dass sich die Anzahl der Honorarberater in Deutschland in den nächsten fünf Jahren versechsfachen werde. Rauch verwies dabei laut VDH-Meldung auf auf Aussagen von Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), der das Geschäftsmodell der Makler kürzlich als nicht zukunftsfähig bezeichnete (FONDS professionell ONLINE berichtete). (jb)