Das Brexit-Votum hat nur geringfügige Auswirkungen auf das Geschäft der deutschen Tochter des Lebensversicherers Standard Life – wohl aber der Abschied von Garantieprodukten. Das ergibt sich aus der Pressemitteilung, die Standard Life Deutschland zu den Geschäftszahlen 2016 versandte.

Der Versicherer ist von dem positiven Volksentscheid zum EU-Austritt Großbritanniens betroffen. Die Gesellschaft benötigt derzeit keine eigene Lizenz der deutschen Finanzaufsicht Bafin, da die Mutter in Großbritannien von den dortigen Behörden reguliert wird. Standard Life muss der Bafin lediglich den Geschäftsbetrieb anzeigen. Der Brexit wird dies natürlich ändern (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Gewinnsteigerung
Laut der Mitteilung erzielte die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr sogar einen deutlich höheren Gewinn und ein gestiegenes verwaltetes Vermögen. Der Gewinn vor Steuern, berechnet nach dem internationalen Buchhaltungsstandard IFRS, stieg um 67 Prozent auf 20,1 Millionen Euro. Das verwaltete Vermögen lag Ende 2016 mit 12,4 Milliarden Euro vier Prozent über dem Vorjahreswert.

Allerdings ging das Neugeschäft zurück. Im vergangenen Jahr verbuchte Standard Life Deutschland nach eigenen Angaben ein APE-Ergebnis – laufende Beiträge eines Jahres plus ein Zehntel der Einmalbeiträge – in Höhe von 57,7 Millionen Euro, das unter dem Vorjahresergebnis von 73,6 Millionen Euro lag. "Der Rückgang des Neugeschäfts hat uns nicht überrascht. Er ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass wir nach dem Rückzug aus den Garantieprodukten im Bereich der betrieblichen Altersversorgung die Segmente nicht mehr bedienen können, in denen Garantien gesetzlich vorgeschrieben sind," stellt Martin Clements, Chief Executive Officer von Standard Life in Deutschland klar.

Fondspolicen im Aufwind
Dagegen hat der Versicherer eine sehr gute Neugeschäftsentwicklung bei fondsgebundenen Produkten ohne Garantien verzeichnet. Die Fondspolicen "Maxxellence" und "Maxxellence Invest" erreichten ein APE von 19,9 Millionen Euro. Damit konnte der Vorjahreswert um mehr als 16 Prozent gesteigert werden. Noch positiver entwickelte sich Neugeschäft mit dem Einmalbeitragsprodukt "Parkallee". Mit dieser speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe 50plus zugeschnittenen Fondspolice erzielte Standard Life Deutschland im Jahr 2016 Einmalbeiträge in Höhe von 78 Millionen Euro – knapp 23 Prozent mehr als Vorjahr (2015: 63,5 Millionen Euro).

"Im Bereich der privaten Vorsorge stimmt uns die positive Entwicklung bei fondsgebundenen Produkte ohne Garantien besonders zuversichtlich. Hier sehen wir auch künftig sehr große Chancen und werden unser Angebot erweitern. Ende Januar haben wir bereits unser Myfolio-Angebot ausgeweitet, im Mai wird dann ein neues fondgebundenes Produkt folgen", kündigt Clements an. (jb)