Zwischen der in Unterföhring ansässigen Vermögensberatung dima24.de und der Augsburger Aktienbank (AAB)rumort es gewaltig. Die AAB hat die bisher geltende Kooperationsvereinbarung mit dima24.de gekündigt. Den Grund dafür sieht dima24 Geschäftsführer Malte André Hartwieg in dem Umstand, dass sein Unternehmen ein günstigeres Wertpapierdepot beim AAB-Mitbewerber DAB-Bank anbietet. In Anlehnung an die "Augsburger Puppenkiste" spricht Hartwieg vom "Kasperltheater der AAB" - nur finde er die Vorstellung weniger amüsant.

Ärger mit dem Depot

Ausgangspunkt der Differenzen ist laut Hartwieg das von dima24-Kunden seit fünf Jahren genutzte AAB-Depot. Die AAB ist seit 2001 Kooperationspartner von dima24. Bereits im Jahr 2004 sei dima24 parallel eine Kooperation mit der ebase eingegangen. Das dort angebotene happyfonds.depot sei von der Stiftung Warentest mehrfach als das günstigste Fondsdepot Deutschlands bewertet. "Klar, dass das den Herren von der AAB nicht schmeckte", schimpft Hartwieg.

"Das macht wirklich keinen Sinn"

Seit Anfang November biete dima24 zusätzlich ein Wertpapierdepot bei der DAB-Bank an. Dieses so genannte "spezialfonds.depot" sei eine echte Konkurrenz zu dem AAB-Depot, so Hartwieg. Denn mit dem AAB-Depot gebe es bereits seit längerem Probleme. "Seit Beginn der Kooperation ist es der AAB neben vielen anderen technischen Problemen nicht möglich, ein akzeptables und kundenfreundliches Onlinebanking anzubieten", erklärt Hartwieg. Es gebe zwar eine Software, diese sei jedoch nicht mit einem DSL-Anschluss nutzbar. "Das macht wirklich keinen Sinn", so Hartwieg. "Es werden lediglich Rohdaten geliefert, die wir auf einem Sicherheitsserver zur Einsicht für die Kunden frei schalten konnten. Die Datenstruktur wurde jedoch fast ständig von der AAB verändert", erklärt der dima24-Chef, dessen Mitarbeiter extra eine eigene Software programmiert hatten, um Kunden mit DSL-Anschluss die Einsicht in ihr Depot bei der AAB zu ermöglichen. "Das Programmieren wurde durch die Änderungen immer aufwendiger ", so Hartwieg weiter, der zudem bemängelt, das dima24 von der AAB über anstehende Änderungen nicht rechtzeitig informiert wurde.

Keine Ausschließlichkeitserklärung

Eine entsprechende Softwarelösung aus dem Hause der AAB, die auch die Anforderungen von dima24 berücksichtigt, sei zwar seit langem angekündigt, aber bisher nicht umgesetzt. Dafür habe die AAB das von Hartwieg kritisierte alte Finance Manager Programm Ende Oktober nochmals komplett umgestellt, allerdings ohne die bereits erwähnten Anpassungen vorzunehmen. "Wir haben unsere Kunden bei der AAB über diesen zukünftigen Mangel an Online-Einsicht des Depots informiert und gleichzeitig einen kostenlosen Wechsel zum ,spezialfonds.depot' bei der DAB angeboten", sagt Hartwieg, der betont, dass es sich dabei nur um die von dima24 vermittelten Kunden handelt. "Das ist ja unsere Pflicht. Die Kündigung der Kooperation ist die Reaktion auf unsere Mailingaktion", so Hartwieg. Daraufhin habe die AAB dima24 informiert, dass die Angelegenheit juristisch geprüft werde. "Das Ergebnis dieser Prüfung ist die völlig unberechtigte Kündigung, sagt Hartwieg. "Wir haben jedenfalls keine Ausschließlichkeitsvereinbarung mit der AAB geschlossen."

Das bestreitet auch die AAB nicht. "Die Kündigung beruht auf dem nicht kooperativen Verhalten der Firma dima24", äußert sich Vorstand Lothar Behrens auf Nachfrage von FONDS professionell nur knapp zu den Vorwürfen. Näher wollte Behrens allerdings nicht auf die Hintergründe eingehen. (rmk)