Der Vorstand der Investmentboutique Loys hat sich mit einem offenen Brief an den neuen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gewandt. Die Anlageprofis fordern darin eine Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik. Politiker sollten der Wohlstandsentwicklung der Bevölkerung größere Aufmerksamkeit schenken. "Wenn wir in puncto Vermögen zu den Nachbarländern aufschließen wollen, bedarf es geeigneter Anreize, um unseren Bürgern das Miteigentum am Produktivvermögen schmackhaft zu machen", schreiben Ufuk Boydak, Christoph Bruns, Heiko de Vries und Frank Trzewik.

Die Loys-Spitze will neue steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen für Aktienanlagen, und zwar schnell – denn Aktieninvestments würden gegenüber Zinsprodukten massiv benachteiligt. "Stärken Sie bitte die Eigenkapitalkultur in unserem Land, indem Sie der Schuldenfinanzierung ihre Privilegien gegenüber der viel risikoärmeren und zugleich ertragreicheren Eigenkapitalfinanzierung nehmen", schreiben die Vermögensprofis an den Minister.

Exportweltmeister blamiert sich
Laut einer Allianz-Studie liegt Deutschland beim Median des Pro-Kopf-Vermögens nicht einmal mehr unter den 20 wohlhabendsten Ländern der Welt. "Für ein Land, das sich auf seine Export- und Sparweltmeisterschaft vieles zugutehält, ist dieser Zustand blamabel", so die Loys-Chefs. "Der materielle Wohlstand der Bevölkerung wird durch Unternehmen erwirtschaftet. Sofern diese börsennotiert sind, darf sich jedermann daran beteiligen", betonen sie.

Die Deutschen halten sich von Aktien traditionell eher fern. Rund zwei Drittel der Dax-Aktien befinden sich deshalb in ausländischen Händen. "Hier liegt die Ursache für die seit Jahren schwache Vermögensentwicklung in Deutschland", so das Fazit der Aktienspezialisten. (fp)