Der US-Versicherer Met Life hat einen seit Monaten andauernden Rechtsstreit mit Privatkunden nun außergerichtlich beigelegt. Zankapfel waren mehrere Garantiefonds aus der "Peak Performance"-Serie des Anbieters Alico. Met Life hatte die strittigen Produkte zusammen mit Alico übernommen, der Lebensversicherungstochter des US-Versicherungsriesen AIG. Im Zuge der Finanzkrise war AIG in Schieflage geraten und musste mit amerikanischen Steuergeldern gerettet werden. Um einen Teil der Schulden zurückzuzahlen, verkaufte AIG Alico für 15,5 Milliarden US-Dollar an Met Life.

Die Peak-Performance-Fonds waren Teil fondsgebundener Lebensversicherungen und setzten weltweit auf Aktienindizes und Anleihen. Für Kunden attraktiv war insbesondere die eingebaute "Höchstkursgarantie": Zu gewissen Stichtagen erzielte Spitzenkurse wurden eingefroren, der Fondskurs durfte also nicht mehr unter diese Werte sinken. Die Laufzeiten der Fonds reichten bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus.

Misstrauen ist angebracht
Im August vergangenen Jahres informierte Met Life seine Kunden darüber, dass sämtliche Peak-Performance-Fonds nach dem 15. September 2015 geschlossen würden. Grund: Das Marktzinsniveau war derart stark gesunken, dass die Fonds nach den erforderlichen Rückstellungen keine ausreichende Aktienquote mehr aufbauen konnten. Ein Teil der Anleger zog daraufhin empört vor Gericht.

Nun hat sich Met Life mit den streitlustigen Kunden außergerichtlich geeinigt. "Wir erleben immer wieder, dass es sich für Versicherungskunden lohnt, Entscheidungen von Versicherungen nicht einfach hinzunehmen", kommentiert Tobias Strübing von der Berliner Versicherungsrechtskanzlei Wirth Rechtsanwälte, die mehrere Met-Life-Kunden vertreten hat. "Ein gesundes Misstrauen ist definitiv angebracht." (fp)