"Eine Woche mag gemessen an der britischen Politik ein langer Zeitraum sein, aber in der Eurozone wurden nun gerade einmal vier Tage von zwei historischen Events eingerahmt", sagt Lucy O’Carroll von der schottischen Fondsgesellschaft Aberdeen. Die Ökonomin nimmt in ihrem Statement Bezug auf das am Freitag beschlossene Kaufprogramm der EZB – und die Wahl einer radikal linken Regierung in Griechenland.

Syriza-Chef Alexis Tsipras hat das Ende der Ära verkündet, in der sich Griechenland den internationalen Gläubigern beugt. Sein Linksbündnis setzte sich bei den Parlamentswahlen in Griechenland gegen die Partei von Ministerpräsident Antonis Samaras durch – getragen vom Unmut der Bevölkerung nach jahrelangen Haushaltskürzungen. "Es wird weder einen katastrophalen Zusammenbruch geben, noch wird ein fortwährendes Katzbuckeln akzeptiert werden", sagte der 40-jährige Tsipras. "Wir sind uns völlig bewusst, dass uns das griechische Volk keine Blankovollmacht gegeben hat, sondern ein Mandat für eine nationale Wiedergeburt."

Wahlsieg deutlicher als erwartet
Der Sieg von Syriza fiel deutlicher aus als Umfragen signalisiert hatten. Das Wahlergebnis hat Tsipras den klaren Auftrag gegeben, sich dem Sparprogramm Griechenlands entgegenzustellen, welches im Gegenzug für die seit Mai 2010 erfolgten Hilfen im Umfang von insgesamt 240 Milliarden Euro vereinbart worden war. (dw)


Was die Fondsgesellschaften und Finanzexperten zum Ausgang der Wahlen sagen, lesen Sie in unserer Bilderstrecke oben!