Der aus 20 Vermögensverwaltern, Family Offices und Wertpapierhandelsunternehmen bestehende Phoenix Rechtsverfolgungspool, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, hat in Vollmacht eines Anlegers einen neuen Antrag auf Absetzung des bisherigen Insolvenzverwalters und von vier Mitgliedern des Gläubigerausschusses gestellt. Vertreten wurde sie dabei von dem Vorstand der Ceros Vermögensverwaltungs AG, Markus Ross. Die vom Phoenix Rechtsverfolgungspool aufgegriffenen Vorgänge sind auch Gegenstand einer Strafanzeige. Dem neuen Antrag liegen folgende Vorgänge zugrunde:

-     Der vorläufige Insolvenzverwalter hatte sich vom Insolvenzgericht zusätzliche Gebühren in Höhe von 1,42 Millionen Euro zubilligen lassen, indem er ein Vermögensverzeichnis vorgelegt hatte, in dem Gelder auf Treuhandkonten in Höhe von 163 Millionen Euro zuzüglich Zinsen als freie Aktiva bezeichnet wurden, obwohl ein kurz zuvor fertig gestelltes, vom Insolvenzverwalter selbst in Auftrag gegebenes, Gutachten bezeugte, dass es sich um aussonderungsfähige Treuhandgelder und nicht um freie Aktiva der Insolvenzmasse handelt.

-     Der Gläubigerausschuss hat der Abteilung Forensic Services des Büros des Insolvenzverwalters einen Auftrag in mehrfacher Millionenhöhe für Tätigkeiten erteilt, für die diese Gebühren nicht zu rechtfertigen sind.

-     Die Anleger sind mit dem vom Insolvenzverwalter mit Genehmigung des Gläubigerbeirates vorgelegten und vom Rechtspfleger bestätigten Insolvenzplan durch eine Reihe von Fehldarstellungen dazu bewegt worden, diesem inzwischen vom Landgericht Frankfurt am Main verworfenen Insolvenzplan zuzustimmen, der die für sie darin enthaltenen Nachteile im vielfacher Millionenhöhe verschweigt.

-     Im Insolvenzplan ist vorgesehen, Gelder auf Treuhandkonten in Höhe von 163 Millionen Euro zuzüglich Zinsen zur Masse zu ziehen, um sie als Insolvenzquote auszuschütten, ohne dass geklärt worden ist, wie weit an diesen Geldern Aussonderungsrechte bestehen.

-     Die Kosten des massefremden Rechtsverfolgungspool Dr. Puckler werden von der Insolvenzmasse mit der Maßgabe vorfinanziert, dass im Falle der Erfolglosigkeit des Pools die vorfinanzierten Beträge als endgültige Verluste der Masse verbleiben. Zu den Vorfinanzierungen zu Lasten der Masse gehören auch die Gebühren eines massefremden Poolbeirates, in dem auch vier Mitglieder des Gläubigerausschusses aus dem Insolvenzverfahren vertreten sind.

Die Absetzung des bisherigen Insolvenzverwalters und der vier Mitglieder des Gläubigerausschusses sei aufgrund dieser Vorgänge geboten, heißt es von Seiten des Phoenix Rechtsverfolgungspools, respektive Ceros Vorstand Markus Ross als Begründung. Der Insolvenzverwalter versuche, teilweise unter Einbeziehung des Gläubigerausschusses, des Insolvenzgerichtes und anderer Personen, die ihm gesetzlich zustehenden Gebühren sowie die anfallenden Kosten von circa 15 bis 20 Millionen Euro auf circa 30 bis 35 Millionen Euro zu seinen eigenen Gunsten, zu Gunsten der Kanzlei und zum Teil auch zu Gunsten des Gläubigerbeirates mehr als zu verdoppeln. Durch diese widerrechtliche Kostenaufblähung erwachse jedem der 30.000 Anleger ein Schaden von circa 500,00 Euro. Der Phoenix Rechtsverfolgungspool habe den Absetzungsantrag gestellt, weil seine Mitgliedsinstitute aufgrund ihrer Zuordnung zur EdW-Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen für diese Schäden der Anleger aufzukommen haben. (ir)