Die Tarifverhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Postbank sind ohne Ergebnis abgebrochen worden. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kompromiss bezüglich des Kündigungsschutzes für rund 18.000 Beschäftigte der Postbank, Postbank Filialvertrieb sowie der BHW-Gruppe und weiterer Tochterunternehmen einigen. Auch beim Thema Gehalt gab es keine Annäherung, wie Verdi in einer Pressemitteilung schreibt. Daher droht die Gewerkschaft mit einem Streik.

Die Verhandlungen werden seit einiger Zeit unter anderem geführt, weil die Postbank-Mutter Deutsche Bank im Moment daran arbeitet, die als unverkäuflich geltende Tochter wieder vollständig in das eigene Privatkundengeschäft zu integrieren. Betriebsräte befürchten in diesem Zusammenhang einen Kahlschlag bei den Arbeitsplätzen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Kein ausreichender Kündigungsschutz
Daher forderte Verdi einen Kündigungsschutz bis Ende 2022, die Arbeitgeberseite wollte diesen nur bis 2019 gewähren. "Der Kündigungsschutz bis Mitte 2019 ist für uns nicht akzeptabel, da dieser in einer Phase auslaufen würde, in der wir ein hohes Risiko für Arbeitsplatzabbau sehen. Wir wollen die Beschäftigten für die Phase der Integration in die Deutsche Bank schützen", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck.

Zudem zeigte sich Verdi über das Angebot der Bank für die Gehälter der Mitarbeiter enttäuscht. Die Postbank-Führungsebene sei nicht bereit, über die angebotenen 1,5 Prozent zum 1. November 2017 und 1,0 Prozent zum 1. Februar 2019 hinauszugehen, schreibt Verdi.

Urabstimmung für Erzwingungsstreik
Die Arbeitnehmervertreter hatten eine Anhebung des Gehaltes um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungen gefordert. Nicht zuletzt setzte die Gewerkschaft einen Zukunftstarifvertrag, der auch Regelungen zur Digitalisierung beinhalten soll, auf die Verhandlungsagenda.

Aufgrund dieser Ergebnisse kündigt Verdi eine Urabstimmung zu einem Erzwingungsstreik an. "Die Arbeitgeberseite hat mit diesem Verhandlungstermin eine wichtige Chance für eine Einigung im Sinne der Beschäftigten und der Kunden verstreichen lassen. Wir werden für die Sicherheit der Arbeitsplätze kämpfen", so Duscheck weiter. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart. (jb)