Am Dienstag fand in Berlin der dritte Honorarberatergipfel statt. Auf der Veranstaltung standen die rechtlichen Grundlagen der Honorarberatung im Vordergrund. „Im Sinne eines fairen Wettbewerbs“ für die Provisions- und Honorarberatung forderte Gerhard Schick, MdB und finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, einen derzeit fehlenden gesetzlichen Bezeichnungsschutz für Honorarberater, wie die Veranstalter in einer Pressemitteilung schreiben. Sein Parlamentskollege Carsten Sieling von der SPD-Fraktion betonte, dass man entgegen der Debatten auf ein mögliches Abwarten von Mifid II um eine gesetzliche Regulierung noch in der laufenden Legislaturperiode sehr bemüht sei. Sonst steige die Gefahr, dass die Honorarberatung bereits vor ihrer Etablierung durch missbräuchliche Verwendung ersten Schaden nehmen könne. Sieling verwies dabei auf den 12-Punkte-Katalog seiner Fraktion (FONDS professionell berichtete).

Beibehaltung des Provisionsabgabeverbotes
Sieling sprach sich darüber hinaus nach Medienberichten für die Beibehaltung des Provisionsabgabeverbots aus, denn im Mittelpunkt sollte das Produkt stehen und nicht die Höhe der Provision stehen. Nach Einschätzung von Erich Paetz, Ministerialrat im Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV) sei das Provisionsabgabeverbot nach dem Rückzieher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin vor Gericht ohnehin hinfällig.

Paetz berichtete zudem von unterschiedlichen Bewertungen des Einflusses aktueller europäischer Regulierungsvorhaben auf eine nationale Regelung der Honorarberatung innerhalb der beteiligten Bundesministerien. Demnach wolle eine Gruppe erst die auf europäischer Ebene anstehenden Entscheidungen abwarten, während andere keinen Hinderungsgrund sähen, die Honorarberatung hiervon unabhängig zügig zu regeln.

Ausrichter des Honorarberatergipfels war die Bundesinitiative Honorarberatung, die 2009 mit dem Ziel gegründet worden ist, Honorarberatung in Deutschland bekannter zu machen. Mittlerweile zählt die Gruppierung nach eigenen Angaben mehr als 700 Mitglieder. (jb)